Krise der Ölindustrie erfasst auch Siemens-Rivalen GE
New York (APA/Reuters) - Der US-Industrieriese General Electric bekommt nun auch die Flaute in der Ölbranche zu spüren. Der Umsatz des erfol...
New York (APA/Reuters) - Der US-Industrieriese General Electric bekommt nun auch die Flaute in der Ölbranche zu spüren. Der Umsatz des erfolgsverwöhnten Siemens-Rivalen ging im dritten Quartal um ein Prozent auf 23,2 Mrd. Dollar (20,37 Mrd. Euro) zurück, wie der Konzern am Freitag mitteilte.
Dazu trug der Ölpreisverfall bei, der zu einer Investitionsscheu bei den GE-Kunden in der Förderindustrie führte. Zudem setzte sich der Auftragsschwund im Industriegeschäft fort. Der Konzerngewinn fiel - auch wegen des vorangetriebenen Ausstiegs aus dem Finanzsektor - um knapp 30 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar. Damit schlug sich GE allerdings besser, als von Analysten erwartet.
GE machen vor allem die Probleme der Ölbranche zu schaffen, die nach dem deutlichen Preisverfall kaum mehr in neue Anlagen investiert. In der GE-Sparte, die Ausrüstung und Dienstleistungen für die Ölbranche anbietet, gab es ein Minus von 16 Prozent. Die europäischen Konkurrenten ABB und Siemens haben schon länger unter der Entwicklung zu leiden. Siemens hatte sich mit mehreren milliardenschweren Zukäufen in dem Bereich erst vor kurzem verstärkt. Die Münchner legen ihre Bilanz Mitte November vor, der Schweizer Rivale ABB am Mittwoch.
Sorgen dürfte GE-Chef Jeffrey Immelt auch der anhaltende Auftragsschwund im Industriegeschäft machen. Hier legte zwar der operative Gewinn um fünf Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar zu. In den ersten drei Quartalen schrumpfte aber das Volumen der Neubestellungen um ein Zehntel. Der Manager zeigte sich dennoch ungerührt. „GE setzt seine Pläne um, und ist auf Kurs für seine Jahresziele“, erklärte er. „Unser Portfolioumbau kommt schneller voran als erwartet.“
Zulegen konnte GE zuletzt im Luftfahrtbereich, der unter anderem Triebwerke für Flugzeuge herstellt. Im Konkurrenzkampf mit Siemens konnte der Konzern zudem im Geschäft mit großen Kraftwerksturbinen punkten. Immelt feiert die Bestellung von vier großen Gasturbinen im abgelaufenen Quartal, 21 stehen im Auftragsbestand. Siemens hatte eigene Versäumnisse bei der Markt- und Technologieentwicklung im Gaskraftwerkssegment eingeräumt. Nach und nach knöpft GE nun seinen Rivalen Marktanteile ab, nach der anstehenden Übernahme der Energiesparte des französischen Wettbewerbers Alstom ist die Stellung der Amerikaner noch dominanter.
~ ISIN US3696041033 WEB http://www.ge.com/ ~ APA422 2015-10-16/15:27
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