Flüchtlinge - Interpol will bei Kampf gegen Schlepper unterstützen

Lyon (APA/dpa) - Im Kampf gegen Schlepper von Flüchtlingen will Interpol die Polizeibehörden seiner 190 Mitgliedsländer offensiv unterstütze...

Lyon (APA/dpa) - Im Kampf gegen Schlepper von Flüchtlingen will Interpol die Polizeibehörden seiner 190 Mitgliedsländer offensiv unterstützen. Dabei gehe es etwa um Staaten, die Hilfe brauchten beim Aufbau von Grenzschutzkapazitäten, sagte Interpol-Chef Jürgen Stock nach Angaben der Organisation während eines am Freitag in Lyon zu Ende gegangenen Treffens von Sicherheitsexperten aus mehr als 50 Länder.

„Wir bieten eine Informationsbasis hier bei Interpol“, sagte Stock, der Anfang 2015 vom deutschen Bundeskriminalamt an die Spitze des internationalen Verbandes gewechselt war. Wissen werde zusammengeführt, analysiert und an die Staaten zurückzugeben „als Grundlage für grenzüberschreitende Operationen“.

Ziel sei es, die Aktivitäten krimineller Gruppen zu unterbinden. Gleichzeitig betonte Stock, die Arbeit richtete sich nicht gegen Migranten: „Diese Aktivitäten zielen auf die organisierten Gruppierungen, die mit dem Leid und der Verzweiflung von Migranten enorme kriminelle Profite machen.“

Mithilfe von 17 Datenbanken könnten Kriminelle, Netzwerke sowie Schmuggelrouten und Verschieben von kriminellen Erlösen identifiziert werden. Interpol wolle „die Polizeien der Mitgliedsstaaten in die Lage versetzen, gegen diese sehr dynamischen kriminellen Gruppierungen erfolgreich vorgehen zu können“, sagte Stock.