Fußball: Rummenigge verteidigte Platini in FIFA-Skandal
München (APA/dpa/Reuters) - Im Skandal um eine umstrittene Millionen-Zahlung des Fußball-Weltverbands an Michel Platini hat Karl-Heinz Rumme...
München (APA/dpa/Reuters) - Im Skandal um eine umstrittene Millionen-Zahlung des Fußball-Weltverbands an Michel Platini hat Karl-Heinz Rummenigge den suspendierten UEFA-Präsidenten in Schutz genommen. Der Vorstandschef des FC Bayern sagte am Freitag in München, dass das von Platini im Jahr 2011 erhaltene Geld nicht das sei, was viele in der Öffentlichkeit glaubten. „Es handelt sich absolut nicht um eine Korruptionszahlung.“
Am Donnerstag hatte Rummenigge als Vertreter der europäischen Clubs an der Exekutivkomitee-Sitzung der UEFA teilgenommen. Rummenigge sprach von einer „guten, seriösen und sehr konstruktiven Sitzung“. Dabei sei dem Gremium glaubhaft erklärt worden, dass Platini nicht kriminell gehandelt habe. Details nannte er nicht.
Platini hatte für Dienste zwischen Jänner 1999 und Juni 2002 erst knapp neun Jahre später von FIFA-Chef Joseph Blatter zwei Millionen Schweizer Franken erhalten. Diese Vereinbarung gehe auf eine mündliche Absprache und kein schriftliches Dokument zurück, berichtete zunächst die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf die nicht-öffentlichen Aussagen der beiden vor der Ethikkammer.
Blatter sprach in einem Interview, das der lokale Schweizer Fernsehsender RROTV am Freitag ausstrahlte, von einem „Gentlemen‘s Agreement“. „Das ist ein Vertrag gewesen, den ich mit Platini gehabt habe, ein Gentlemen‘s Agreement. Und das ist durchgezogen worden“, sagte er.
Wegen der Unklarheiten um die Zahlung hatte die FIFA-Ethikkommission Platini und Blatter für 90 Tage gesperrt. Auf einer Sitzung in Nyon sprachen die europäischen Verbände dem Franzosen dennoch das Vertrauen aus. Am Freitag zog allerdings der englische Verband FA seine Unterstützung für Platini wieder zurück.
„Man darf nicht vergessen: Er war bis heute ein großartiger Präsident“, sagte Rummenigge hingegen. „Europa steht im Fußball mit einer 1 plus da, und das trägt einen Namen, den von Michel Platini. Ich glaube, in diesen schweren Zeiten muss man ihm die Chance geben, dass er seinen juristischen Weg zu Ende geht. Und den wird er beschreiten.“
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