Tennis: Start in neue „Ära“: Erste Bank Open mit vierfachem Preisgeld

Wien (APA) - Beim Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle wird ab Montag auch eine neue „Ära“ eingeläutet: Der Sprung in die ATP-500-Katego...

Wien (APA) - Beim Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle wird ab Montag auch eine neue „Ära“ eingeläutet: Der Sprung in die ATP-500-Kategorie, der mit einer Vervierfachung des Preisgelds auf 2,324 Millionen Euro auch teuer erkauft wurde, hat Wien zum größten heimischen Sportevent katapultiert. Auch wenn der absolute Topstar diesmal fehlt, so ist die Dichte im Feld enorm. Die Top 8 kommen aus den Top 21.

Angeführt wird das Feld von Vorjahres-Finalist David Ferrer (ESP/ATP-Nr. 8) vor Milos Raonic (CAN/9) und Kevin Anderson (RSA/10), also von drei Top-Ten-Spielern. Mit John Isner (USA/13), Jo-Wilfried Tsonga (FRA/15), Lokalmatador Dominic Thiem (AUT/18), Gael Monfils (FRA/19) und Ivo Karlovic (CRO/21) ist das Tableau weit stärker als noch vor Jahresfrist als nur die Top 3 in den Top 21 waren.

Turnierboss Herwig Straka äußerte sich am Freitagnachmittag deshalb hochzufrieden mit seinem Feld, auch wenn von den Top-4-Namen Roger Federer, Novak Djokovic, Rafael Nadal und Titelverteidiger Andy Murray nun keiner kommen wird. Die große Investition hat sich für Straka ausgezahlt. „Absolut. Ich bin nach wie vor voll überzeugt, was sowohl das Spielerfeld als auch die öffentliche Aufmerksamkeit betrifft“, sagte Straka im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. Der Termin unmittelbar nach den Asien-Turnieren ist in diesem Jahr ja nur wegen der kurzfristig in der vorgesehenen Woche nicht erhältlichen Stadthalle zustande gekommen.

Ab 2016 (fix bis 2018) wird Wien parallel mit dem weiteren ATP-500-Turnier in Basel gespielt. Und darin sieht Straka keinen Nachteil: „Diese ‚double-up‘-500er-Wochen sind eine Erfolgsgeschichte. Da spielt eigentlich jeder“, sagte Straka. Basel werde zwar immer über ein besseres Budget als sein Turnier verfügen, aber: „Es ist auch für viele Spieler nicht sinnvoll, wenn die alle nach Basel gehen, weil sie dann ein Feld wie ein 1000er-Turnier haben würden.“

Abhängig ist man neben dieser Turnierwochen-Planung nicht zuletzt aber auch von den bis dato errungenen Race-Punkten im Kampf um einen Platz beim ATP-World-Tour-Finale der besten acht Spieler in London. „Punktemäßig war es genau das Gegenteil vom letzten Jahr, es waren bis auf einen fast alle fix qualifiziert“, erklärte Straka. Dieser eine war Rafael Nadal, auf den Straka sehr wohl auch noch gehofft hatte. Da hätte Nadal in Shanghai (bereits im Halbfinale) aber schlecht abschneiden müssen und seine Konkurrenten hinter ihm besser.

Nach der Vergabe der ersten Wildcard an den nach einer langen Verletzung zurückkehrenden Tommy Haas, der für Straka trotz seiner 37 Jahre und dem Rückfall auf Platz 467 immer noch ein klingender Name ist, wartete Straka noch bis Freitagabend auf eventuelle Entwicklungen. „Voriges Jahr haben wir am Freitag zwischen 15.00 und 18.00 Uhr zwei Top-Ten-Spieler dazugekommen“, erklärte Straka. Eine der beiden noch offenen „Freikarten“ für das Hauptfeld geht aber sicher an einen Österreicher, nach der Absage von Jürgen Melzer entweder an dessen Bruder Gerald oder Dennis Novak. Gut möglich ist aber, dass beide zum Zug kommen.

Straka erhofft für dieses Jahr eine etwa zehnprozentige Steigerung der Zuschauerzahlen und hofft auf 55.000 Fans in der Stadthalle. „Das Publikum kann auch zufrieden sein, sie sehen ab Montag jeden Tag Topspieler, zudem ist sicher bis Samstag und Sonntag ein Topname dabei“, glaubt Straka.

Neu in der Halle ist der Rebound-Ace-Belag, der zwar in etwa gleich schnell sein soll, aufgrund eines besseren Unterbaus unter dem Holz aber besser gedämpft ist.

Was erwartet Straka vom in diesem Jahr in die Top 20 aufgestiegenen Dominic Thiem? „Papiergemäß muss er am Freitag spielen. Er ist gesetzt, aber es ist ein extrem dichtes Feld“, sagte Straka, der bei Thiem noch gewisse Defizite im Spiel gegen die ganz starken Aufschläger ortet. „Aber die sind alle gesetzt, auf die kann er erst im Viertelfinale treffen.“