Putschistenführer in Burkina Faso muss sich vor Gericht verantworten

Ouagadougou (APA/AFP) - Der Anführer des gescheiterten Putsches in Burkina Faso, General Gilbert Diendere, soll sich wegen „Verbrechen gegen...

Ouagadougou (APA/AFP) - Der Anführer des gescheiterten Putsches in Burkina Faso, General Gilbert Diendere, soll sich wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ vor Gericht verantworten. Das kündigte der Leiter der Militärgerichts des westafrikanischen Landes, Oberst Sita Sangare, am Freitag in der Hauptstadt Ouagadougou an. Laut Behörden wurden bei dem Umsturzversuch im September 14 Menschen getötet und 251 verletzt.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) erklärte am Mittwoch, die Putschisten hätten eine „kaltblütige Missachtung des menschlichen Lebens“ an den Tag gelegt. Die Aufständischen hätten unbewaffnete Demonstranten und Passanten erschossen und Hunderte Menschen mit Schnellfeuerwaffen verletzt, hieß es in der ai-Erklärung.

Die Übergangsregierung in Ouagadougou kündigte am Mittwoch an, die ursprünglich für Oktober geplanten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen sollten am 29. November abgehalten werden.

Die Präsidentengarde hatte Mitte September eine Sitzung im Präsidentenpalast gestürmt und die Staatsspitze festgesetzt. Putschistenführer Diendere übernahm zunächst die Macht. Das Militär marschierte schließlich in die Hauptstadt ein und nahm Verhandlungen mit den Putschisten auf. Beide Seiten einigten sich auf einen Plan zur Beendigung der Staatskrise und die Wiedereinsetzung der entmachteten Führung. General Diendere fand zeitweise Zuflucht beim apostolischen Nuntius in Ouagadougou, stellte sich aber am 1. Oktober der Justiz.