Flüchtlinge - Merkel offen für Türkei als „sicheres Herkunftsland“

Berlin/Ankara (APA/dpa) - Trotz der kritischen Entwicklung in der Türkei zeigt sich Kanzlerin Angela Merkel grundsätzlich offen für die Eins...

Berlin/Ankara (APA/dpa) - Trotz der kritischen Entwicklung in der Türkei zeigt sich Kanzlerin Angela Merkel grundsätzlich offen für die Einstufung des Landes als sicherer Herkunftsstaat. Vor ihrer Reise am Sonntag nach Istanbul sagte die CDU-Vorsitzende der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstag), die Türkei sei der einzige EU-Beitrittskandidat, der diesen Status nicht habe.

„Natürlich bereiten uns die Achtung der Menschenrechte oder die Situation der Kurden weiter Sorgen, dennoch hielte ich es für falsch, der Türkei diesen Status grundsätzlich zu verweigern.“

Sie signalisierte auch Bereitschaft zu Visa-Erleichterungen für Türken. „Wir haben die Gespräche über die Visumspflicht immer mit dem Rückführungsabkommen verbunden. Das ist inzwischen in Kraft getreten; bei der Visumsfrage gibt es einzelne Schritte, die wir schneller gehen können, während andere länger brauchen werden.“

Merkel trifft sich sowohl mit dem türkischen Ministerpräsidenten als auch mit dem Staatspräsidenten. Kritiker halten ihr vor, damit in den Wahlkampf einzugreifen, da am 1. November Parlamentswahlen sind. Merkel fährt nach eigenen Angaben in die Türkei, um über die Flüchtlingskrise, den Kampf gegen den Terror und den Syrien-Krieg zu sprechen. „Unser Interesse ist es, die Bewegung der Flüchtlinge zu ordnen und zu steuern, das Interesse der Türkei ist es, Entlastung zu bekommen.“ In der Türkei leben mehr als zwei Millionen Flüchtlinge.