Flüchtlinge - Ungarn: Keine Zwischenfälle nach Grenzschließung

Budapest (APA) - Nach der Schließung der ungarisch-kroatischen grünen Grenze in der Nacht auf Samstag hätte es keinerlei Zwischenfälle gegeb...

Budapest (APA) - Nach der Schließung der ungarisch-kroatischen grünen Grenze in der Nacht auf Samstag hätte es keinerlei Zwischenfälle gegeben - das wurde auf einer Pressekonferenz des ungarischen Regierungssprechers Zoltan Kovacs in der südwestungarischen Stadt Nagykanizsa am Samstag betont, die im Staatsfernsehen übertragen wurde.

Kovacs unterstrich die Notwendigkeit der Einführung vorübergehender Grenzkontrollen zu Slowenien, da am Samstagmorgen unmittelbar an der slowenisch-ungarischen Schengen-Innengrenze aus Kroatien kommende Migranten eintrafen. Ein Zaun könne nicht an der ungarisch-slowenischen Grenze als Schengen-Innengrenze gebaut werden, doch Ungarn würde mit allen Mittel seine Grenzen und damit die EU-Grenze vor illegaler Einwanderung schützen, betonte der Regierungssprecher. Zugleich seien die Transitzonen an der Südgrenze Ungarns geöffnet, die gering ausgelastet seien.

Ungarn hätte heuer rund 200 Millionen Euro für seinen Grenzschutz, Bau der Grenzsperren und Errichtung der Transitzonen ausgegeben. Kovacs lobte zugleich die Zusammenarbeit und Solidarität der Visegrad-Gruppe (Slowakei, Tschechien, Polen und Ungarn) in der Flüchtlingskrise.

Laut György Bakondi, Chefberater von Premier Viktor Orban, seien Informationen aus Kroatien „widersprüchlich“ - etwa Absprachen mit Slowenien betreffend.

Am Samstagmorgen seien drei Busse mit 150 Personen in Slowenien eingetroffen. Ungarn habe um Aufklärung ersucht, wo diese Flüchtlinge registriert werden.

Kroatien, Ungarn und Slowenien sind alle EU-Mitglieder. Ungarn und Slowenien gehören dem Schengen-Raum für einen freien Reiseverkehr zwischen den Mitgliedsländern an, Kroatien nicht.

Ungarn plant daher keinen Grenzzaun zu Slowenien. Dies würde dem Schengen-Abkommen zuwiderlaufen, sagte Außenminister Szijjarto. Innerhalb des grenzkontrollfreien Schengen-Raums sind Pass-Überprüfungen und Absperrungen an den Grenzen nur in gravierenden Ausnahmefällen und vorübergehend erlaubt.