Massive Stärkung Assads durch russische und iranische Hilfe
Moskau/Teheran (APA) - Seit mehr als zehn Tagen hat die syrische Armee mit tatkräftiger Unterstützung der russischen Luftwaffe und iranische...
Moskau/Teheran (APA) - Seit mehr als zehn Tagen hat die syrische Armee mit tatkräftiger Unterstützung der russischen Luftwaffe und iranischer Elitesoldaten sowie Kämpfer aus der libanesischen Hisbollah-Miliz eine Großoffensive gestartet. Hauptziel ist die Rückeroberung der Großräume Aleppo und Homs. Beobachtern zufolge haben bei diesen Operationen die Perser das Oberkommando.
„Es ist ein offenes Geheimnis, dass die syrische Armee Unterstützung aus Teheran bekommen hat. Wir haben diese schon seit 2011, nur jetzt ist es halt auch weitgehend an die Öffentlichkeit gedrungen“, so der in Damaskus lebender Soldat Behrang H., der anonym bleiben möchte, im telefonischen Gespräch gegenüber der APA.
„Was neu sein mag, ist nur der Umstand, dass wir jetzt ein großes Kontingent an speziell ausgebildeten Soldaten aus dem Iran haben, die sich mit derlei Kämpfen viel besser auskennen als die Syrer. Dieser Umstand könnte Präsident Bashar al-Assad eine Verschnaufpause verschaffen“, ergänzt er. Ab Montag sollen demnach sieben Städte gleichzeitig angegriffen werden.
Die meisten der eingesetzten Kämpfer haben übrigens schon Erfahrungen bei anderen Auslandseinsätzen im „Bruderkampf für die Schiiten“ - wie etwa im Irak, im Jemen oder im Libanon gesammelt.
Die Angaben von Behrang H. können leider nicht unabhängig überprüft werden, doch liegen der APA seit 2011 immer wieder verschiedenste Hinweise vor, dass Assad ohne die militärische, finanzielle und personelle Unterstützung des Bruderstaates (Iran) schon längst Geschichte wäre.
Die ersten Erfolge dieser neuen Operation, die innerhalb der Soldatenkreise „Holen wir alles zurück“ genannt wird, hat indessen auch Russland bestätigt. Präsident Wladimir Putin sprach von „Fortschritten im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS)“.
Mehrere Experten, aber auch westliche Geheimdienste gehen davon aus, dass der Iran offenbar in einigen Teilen der syrischen Armee sehr viel mehr Einfluss hat, als bisher angenommen. Neben technischem Know-how, Abhörgeräten, militärischen Gütern und Geld wird Assads völlig destrukturierte Armee durch die Schätzungen zufolge mittlerweile mehr als 8.000 zusätzlichen Soldaten aus Seitenarmen der Hisbollah und der iranischen „Al-Quds“- Spezialbrigaden massiv gestärkt.
Der Iran beharrt zwar darauf, Assad nur mit Waffen und Militärberatern, aber nicht mit Truppen zu unterstützen. Hinter vorgehaltener Hand ist es aber ein offenes Geheimnis, dass Teheran genauso wie Moskau Assad unbedingt an der Macht halten will, um eigene Interessen in der Region zu forcieren.
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