Siebenkampf gibt’s auch beim Kicken
In der Landesliga West liegen sieben Teams innerhalb von fünf (!) Punkten. Die TT hörte sich um und betrieb Ursachenforschung.
Von Tobias Waidhofer
Axams –Eng, enger, Landesliga West. Würde der britische Regisseur Alfred Hitchcock – bekannt für seine spannungsgeladenen Thriller – einen Film über das Tiroler Unterhaus drehen, die Landesliga West wäre derzeit seine ideale Bühne.
Hinter Tabellenführer Absam liegen dort sechs Teams (Seefeld, Axams, Zirl, Mils, Zams, Prutz/Serfaus) innerhalb von fünf Punkten – also ein Siebenkampf um den Titel sozusagen. „Es ist einfach eine schwierige, ausgeglichene Liga“, weiß Wolfgang Schwarz, der bei Topfavorit Axams Robert Galle als Trainer abgelöst hatte. Die Spannung ergebe sich natürlich auch aus den zahlreichen Überraschungen zu Saisonbeginn. „Manche Teams starteten überraschend gut, dafür gerieten andere unter Druck.“
So wie die Zirler, die nach einem empfindlichen Fehlstart inzwischen seit dem dritten Spieltag ungeschlagen sind. „In einer Saison hat jeder einmal einen Hänger. Und Gelb-Sperren sowie Verletzungen kommen ja erst“, sieht Trainer-Routinier Wolfgang Schwarz nur eine Momentaufnahme.
Dass seine Axamer und auch der FC Zirl („Wir werden Meister“, glaubt Mittelfeld-Stratege Dominique Nussbaum) aufgrund ihrer individuellen Klasse weiter zu den Topfavoriten zählen, lässt sich jedenfalls nicht wegdiskutieren. Das sieht auch Franz Mariacher, Obmann von Tabellenführer Absam, ähnlich. Aber: „Wir wollen so lange wie möglich vorne dabei bleiben.“ Hoffnungsträger ist dabei neben Wacker-Co-Trainer Andi Schrott in der Defensive der 15-fache Saisontorschütze Dominik Müller. „Er hat mir immer 20 Tore versprochen und nie geschossen – jetzt könnte es aber klappen“, lacht Mariacher.
Mittendrin im Siebenkampf sind auch zwei Überraschungsteams: der SK Seefeld und die SPG Prutz/Serfaus. „Wir haben aktuell einfach das Selbstvertrauen“, weiß Seefeld-Trainer Josef Haselwanter. „Bei uns rennt der Schmäh, die Jungen haben sich super entwickelt und unsere Routiniers Martin Kleinhans und Christof Albrecht haben eine Wahnsinns-Form.“ Ähnlich ist es auch bei Prutz/Serfaus.
Beide Teams sind ein Beispiel dafür, dass Einstellung und Kampfkraft gegen individuelle Klasse immer wieder einmal reüssieren können. „Zirl und Axams haben sicher die besten Kader der Liga. Aber ob sie auch das richtige Mannschaftsgefüge für den Aufstieg haben? Ich weiß es nicht“, wirft Haselwanter dazu in den Raum.
In einer Sache sind sich aber alle einig. Die Spannung spricht für und nicht gegen die Liga. Und am Ende wird sich sowieso der Beste durchsetzen – denn die Tabelle lügt nicht.
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