Flugspital segelte weiter in roter Zone
Tyrol Air Ambulance flog 2014 rund 1,7 Mio. Euro Verlust ein – das achte Minus in Folge. Heuer will man in die schwarzen Zahlen.
Von Max Strozzi
Innsbruck –Auch im Vorjahr hat das Tiroler Flugspital Tyrol Air Ambulance (TAA) einen Millionenverlust eingeflogen. 2014 verzeichnete die TAA zwar mit 3900 Flugstunden das zweitstärkste Flugvolumen der Geschichte und eine Umsatzsteigerung gegenüber 2013 von 10 % auf fast 16 Mio. Euro – trotzdem schrieb die Air Ambulance 2014 einen Verlust (EGT) von 1,7 Mio. Euro. Grund sei zum einen der Preisdruck, vor allem im Kurzstreckensegment. Welche Luftrettung einen Auftrag erhält, etwa einen verletzten Patienten nach Hause zu fliegen, werde immer stärker vom Preis bestimmt, schreibt die TAA in ihrem Bericht. So genannte Assistancen, die im Dienste von Versicherungen und anderen Unternehmen als Makler für die Patienten auftreten, würden den Auftrag immer öfter an den Billigstbieter vergeben. „Der Wettbewerb hat sich auf den Durchschnittsertrag ausgewirkt, auch der hohe Treibstoffpreis wirkte sich auf das Ergebnis aus“, erklärt TAA-Geschäftsführer Manfred Helldoppler gegenüber der TT. Zudem habe das Vorhaben, die Sammeltransporte auch in Großbritannien zu etablieren, nicht den gewünschten Erfolg erzielt. „Das Konzept, die Sammeltransporte verstärkt in Großbritannien anzubieten, ist nicht aufgegangen“, sagt Helldoppler. Briten bevorzugen Einzelflüge.
Bereits seit dem Jahr 2007 fliegt das Flugspital jedes Jahr Verluste ein. Zwar wies die TAA 2013 zwischenzeitlich einen Gewinn aus – allerdings nur deshalb, weil Beteiligungen verkauft wurden. Rein operativ stand auch 2013 ein Betriebsverlust von 1,6 Mio. Euro zu Buche. Ein Kapitalzuschuss von 1,2 Mio. Euro des damaligen Schweizer Eigentümers Remi war nötig.
Seit vergangenen Februar gehört die TAA als Tochter der Welcome Air dem Briten Kevin Walls. Der neue Eigentümer setze auf Wachstum. „Das Verkaufs- und Marketingteam wurde ausgebaut und neue Kunden gewonnen“, berichtet Helldoppler. Im Bereich Medical Assistance – also Beratungen oder Flugbegleitungen – habe man in Großbritannien aufgrund guter Verbindungen des Eigentümers zusätzliches Geschäft gewonnen.
Heuer rechnet Helldoppler daher mit schwarzen Zahlen. „Wir sind uns sicher, dass es ein positives Ergebnis wird. Man kann mit der derzeitigen Auslastung operativ positiv arbeiten.“ Von Jänner bis September sei man bereits 4026 Ambulanzstunden geflogen – ein Plus von 27 %. „Mehr als das gesamte Jahr 2014 – und das mit einem Flugzeug weniger“, so Helldoppler – vergangenen März wurde eine Dornier-Maschine verkauft.
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