Landespolitik

SPÖ will, dass Land mehr Jobs schafft, AK zieht mit

AK-Präsident Zangerl unterstützt SPÖ-Klubobmann Reheis (im Bild) bei seiner Idee.
© Thomas Böhm / TT

Innsbruck – Die bisherigen Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik würden nicht mehr ausreichen. Die Zahl der Arbeitslosen habe einen Rekordstand ...

Innsbruck –Die bisherigen Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik würden nicht mehr ausreichen. Die Zahl der Arbeitslosen habe einen Rekordstand erreicht. Zu den 18.425 Arbeitslosen Ende August kämen 1871 Tiroler in Schulungen und 571 Lehrstellensuchende dazu, rechnet SPÖ-Klubobmann Gerhard Reheis vor. Er fordert daher eine Beschäftigungsoffensive in Tirol. Das Land möge im Landesdienst und in landeseigenen Unternehmen zusätzliche Lehrstellen-, Ausbildungs- und Beschäftigungsplätze schaffen. „Vor dem Hintergrund der schwachen Konjunktur und der Knappheit an Arbeitsplätzen muss gerade auch die öffentliche Hand umdenken und nicht allein das Ziel der zahlenmäßigen Reduktion des Personals verfolgen“, meint Reheis. Einen entsprechenden Antrag hat die SPÖ im Oktober-Landtag eingebracht. „Wir hoffen nun, dass die anderen Parteien in den Ausschüssen und in der Folge im Landtag zustimmen.“ Eine rasche Umsetzung sei unbedingt notwendig, meint Reheis.

Rückenwind erhält die SPÖ auf jeden Fall außerhalb des Landtages von AK-Präsident Erwin Zangerl (ÖVP). Er hält die Idee für „vernünftig“. Dass im Zuge der Verwaltungsreform das Personal eher reduziert denn aufgestockt würde, hält er für nicht schlagend. „Das kann man so nicht vergleichen. Eine Lehrstelle ist ein Ausbildungsplatz und keine fixe Anstellung.“ Den Vorstoß der SPÖ wolle er unterstützen. „Das Nulldefizit ist keine Glaubensfrage.“

Die Landesregierung sei sich der angespannten Situation bewusst, erklärt LH Günther Platter (ÖVP). Man steuere mit der Fachkräfteoffensive und dem Impulspaket aktiv dagegen. Tirol habe zuletzt den geringsten Anstieg bei der Arbeitslosigkeit und den höchsten Zuwachs an unselbstständig Beschäftigten verzeichnet. Im Landesdienst und in landeseigenen Unternehmen würden ständig Lehrlinge ausgebildet. Laut jüngsten Zahlen seien es insgesamt 61 beim Land, der Tiwag und der Hypo Tirol Bank, erklärt Platter. „Der Schaffung von zusätzlichen Stellen und Lehrplätzen sind aufgrund der Erfordernisse einer Verwaltungsreform derzeit zudem enge Grenzen gesetzt.“

Die vorgeschlagene Beschäftigungsoffensive wollte Arbeitslandesrat Johannes Tratter (ÖVP) nicht kommentieren. Er sei nicht zuständig, hieß es aus seinem Büro. Personalagenden seien Sache des Landeshauptmannes. (aheu)