Lebendiges Brauchtum mit alten Klängen und hoch zu Ross
Zirl, Gnadenwald – Außergewöhnlich ist das Zirler Zachäussingen ohnehin – doch die heurige Auflage war noch einmal etwas ganz Besonderes: De...
Zirl, Gnadenwald –Außergewöhnlich ist das Zirler Zachäussingen ohnehin – doch die heurige Auflage war noch einmal etwas ganz Besonderes: Denn der alte Dorfbrauch fand gestern erstmals nach der Neuaufnahme ins österreichische Verzeichnis des immateriellen Unesco-Kulturerbes statt (die TT berichtete). Wie jedes Jahr fand sich die Zirler Bevölkerung zu nachtschlafender Zeit zahlreich bei der Pfarrkirche ein: Nach dem Glockenläuten um 4.30 Uhr erklang vom Kirchturm das Zachäuslied aus dem Jahr 1723. Am Kirchplatz und am Dorfplatz wiederholten Musikanten und Kirchenchor die alte Melodie, danach wurde ausgelassen getanzt und gefeiert.
In Gnadenwald nahmen gestern – trotz schlechter Wetterprognosen – 109 Pferde, darunter zehn Gespanne, am dritten Martiniritt teil, zu dem die Pferdefreunde aus Gnadenwald und Mils geladen hatten. Mit dabei waren ein Vierspänner der Familie Fröschl sowie Reiter und Gespanne aus Hopfgarten, Kirchbichl, dem Oberen Gericht und sogar dem Bregenzer Wald. Johann Loinger von der Reitergruppe Hopfgarten führte den Zug als heiliger Martin auf einer Noriker-Tigerstute an. Hunderte Zuschauer säumten die Landesstraße vom Gasthof Speckbacher – von der nahen Kirche St. Martin leitet sich die Idee zum Martiniritt ab – bis zum Dorfzentrum. Mit einer Pferdesegnung und geselligem Beisammensein klang der Sonntag aus. (TT, md)
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