Tanzen World Masters

Traumpaare und Flügelflitzer

Elisa Nasato hatte nicht nur ihre Haare schön - gemeinsam mit Langzeitpartner Emanuele Soldi schlug für die temperamentvolle Italienerin erstmals die siegreiche Stunde beim World Masters.
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Auch das 24. World Masters der Professionals in den lateinamerikanischen Tänzen war ein Fest der Sinne. In Abwesenheit der Weltmeister Cocchi/Zagoruychenko schlug für Soldi/Nasato (ITA) die goldene Stunde.

Von Max Ischia

Innsbruck –Es ist nicht der Abend des dezenten Lidstrichs – und auch nicht der kurzen Ansagen. Zumindest dann, wenn Veranstalter, Organisationsleiter, Turnierboss, Strippenzieher, Moderator, Danksager und Blumenüberreicher Ferry Polai zum Mikrofon greift. Der Tausendsassa, der seit einem guten Vierteljahrhundert das World Masters in die internationale Auslage rückt, hat schließlich einiges zu erzählen. Und das muss nicht zwingend etwas mit Tanzsport zu tun haben. Da bekommen die staunenden Zuseher in der festlich herausgeputzten Olympiaworld schon einmal eine Schnurre über seine fußballerische Vergangenheit als IAC-Flügelflitzer zu hören. Oder eine wissenschaftlich belegte Nachforschung, wonach der Wiener Walzer vor ein paar hundert Jahren nicht etwa in Wien, sondern im Alpenraum seinen Ursprung nahm.

Wenn Polai schweigt, dann wird getanzt – in bester Innsbrucker Tradition zu lateinamerikanischen Rhythmen und in einer schwer nachvollziehbaren Eleganz und Perfektion. In Abwesenheit der fünffachen Weltmeister und mehrmaligen World-Masters-Sieger Cocchi/Zagoruychenko (USA), die sich wie einige andere Top-Paare auf die Weltmeisterschaft kommende Woche in Warschau (POL) vorbereiten, nützen die italienischen Aushängeschilder Emanuele Soldi/Elisa Nasato die Gunst der Stunde und setzen beim obligaten Schautanz auch noch den famosen Schlusspunkt. Oder wie es die in diesem Sommer vom Turniertanz zurückgetretene Co-Moderatorin Julia Polai stilecht formuliert: „Spettacolare come sempre.“ Spektakulär wie immer, schließlich sind Soldi/Nasato keine Unbekannten für das fachkundige Publikum.

Justinas Duknauskas und Anna Kovalova tanzten erstmals gemeinsam - und auf Rang zwei.
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Spektakulär wie nie zuvor präsentiert sich das zweitplatzierte US-Duo Justinas Duknauskas/Anna Kovalova. Nicht zuletzt, weil die beiden nach der Trennung von ihren jeweiligen Partnern erstmals gemeinsam das Tanzbein schwingen und als neuformiertes Traumpaar eine große Zukunft vor sich haben.

Mehr als nur ein Fingerzeig - Manuel Favilla und Natalia Maidiuk klopften als Vierte schon einmal am Siegespodest an.
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Für die beiden österreichischen Paare nimmt sich zumindest die Gegenwart erwartungsgemäß aus. So ist für die Tiroler Lokalmatadore Marvin Nigg und Claudia Obmascher in der Runde der besten 24 ebenso Endstation wie für die Wiener Peter Erlbeck/Claudia Kreuzer. „In solch einem Topfeld ist einfach nicht mehr möglich“, sagt Nigg, der sich wie Partnerin Obmascher Profi nennt, die gemeinsame Leidenschaft aber mit einem 40-Stunden-Job im Finanzamt finanziert. Bei der anstehenden WM halten es die beiden rotweißroten Duos mit dem olympischen Motto vom Dabeisein.

Wenn im nächsten Jahr das 25. World Masters ins Haus steht, dann soll im Hause Polai bereits Tochter Julia federführend die Turnierorganisation übernommen haben. Vater Ferry, so viel scheint gewiss, wird „seinem“ Turnier zumindest als Moderator erhalten bleiben. Warum nicht, solange er so viel zu erzählen hat ...

TV-Tipp: Wer am Samstagabend nicht dabei war und sich vom World Masters ein Bild machen möchte, der kann dies am 26. Oktober um 20.15 Uhr auf ORF Sport plus tun.

Die Lokalmatadore Marvin Nigg und Claudia Obmascher waren mit ihrer Leistung zufrieden und erreichten die Runde der besten 24.
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