Korruptionsvorwürfe: Ex-Regierungschef von Moldau bleibt in U-Haft

Chisinau (APA/dpa) - Im Korruptionsskandal in der Ex-Sowjetrepublik Moldau hat die Justiz die Untersuchungshaft gegen den früheren Ministerp...

Chisinau (APA/dpa) - Im Korruptionsskandal in der Ex-Sowjetrepublik Moldau hat die Justiz die Untersuchungshaft gegen den früheren Ministerpräsidenten Vlad Filat um 30 Tage verlängert. Das Urteil des Gerichts in der Hauptstadt Chisinau fiel am Sonntag erst nach siebenstündiger Beratung - nur 15 Minuten vor Ende der gesetzlichen Frist, wie Medien in dem kleinen Land zwischen der Ukraine und Rumänien meldeten.

Filat weist die Vorwürfe mit Nachdruck zurück. Dem Politiker der regierenden Liberaldemokratischen Partei drohen bis zu 15 Jahre Haft. Vor dem Gebäude demonstrierten Gegner und Anhänger von Filat, der von 2009 bis 2013 eine proeuropäische Koalition geführt hatte. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft dem Politiker und Unternehmer Korruption und Betrug mit hohem Schaden für das Bankensystem des Landes vor. Der 46-Jährige war am Donnerstag vorläufig festgenommen worden. Zuvor hatte das Parlament seine Immunität als Abgeordneter aufgehoben.

Insgesamt sollen Staatsdiener drei Banken um eine Milliarde US-Dollar (900 Millionen Euro) geprellt haben. Der Skandal, der als „Diebstahl des Jahrhunderts“ in Moldau gilt, hat auch Rufe nach Neuwahlen ausgelöst. Experten fürchten, die Affäre könnte die Regierung zu Fall bringen, die sich auf eine dünne Mehrheit stützt. Moldau ist seit Jahren in ein proeuropäisches und ein prorussisches Lager gespalten.