Flüchtlinge - Merkel traf Erdogan, zuversichtlich über Lastenteilung
Istanbul (APA/dpa/Reuters/AFP) - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich nach ihrem Treffen mit dem türkischen Staatspräsidenten...
Istanbul (APA/dpa/Reuters/AFP) - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich nach ihrem Treffen mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan optimistisch über ein Lastenteilung in der Flüchtlingskrise gezeigt.
Beide Seiten hätten festgestellt, dass es im beiderseitigen Interesse sei, die Flüchtlingsbewegungen so zu bewältigen, „dass wir legale Möglichkeiten finden, aber auch bessere Möglichkeiten der Lastenteilung mit der Türkei“, sagte Merkel am Sonntag in Istanbul. Die Gespräche seien „sinnvoll“ und „erfolgreich“ gewesen.
Beide Seiten teilten zudem ein intensives Interesse am Kampf gegen den Terror und an einer politischen Lösung des Krieges in Syrien. Zehntausende Flüchtlinge, die derzeit nach Europa strömen, kommen ursprünglich aus dem Krisenland.
Erdogan erklärte, er habe mit Merkel die Notwendigkeit des Kampfes gegen „terroristische Organisationen“ gesprochen. Dazu zählt Erdogan auch die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Allerdings zählen in Syrien auch von der PKK unterstützten Kurden-Milizen zu den Gegnern der Jihadistengruppe „Islamischer Staat“ (IS). Kritiker werfen Erdogan vor, er habe vor allem Kurdenmilizen anstatt IS-Kämpfer im Visier.
Für das türkische Entgegenkommen sei Deutschland bereit, die Liberalisierung der Einreisevorschriften für Türken zu unterstützen, sagte Merkel in Istanbul. Sie versprach auch, den auf der Stelle tretenden Beitrittsprozess der Türkei zur EU neu anzustoßen. „Dieser Prozess hat jetzt begonnen“, sagte sie im prächtigen Amtssitz des türkischen Präsidenten am Bosporus. Zudem stellte die Kanzlerin bereits von der EU signalisierte Finanzhilfen in Aussicht, da die Türkei mit rund zwei Millionen Flüchtlingen eine größere Last trage als jedes europäische Land.
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