News-Ticker zur Flüchtlingskrise

Notquartier in Erl aktiviert, Zugverkehr nach Bayern gestoppt

Nahe der Flüchtlingssammelstelle demonstrierten am Samstag rund 500 bis 600 Menschen.
© APA/ERWIN SCHERIAU

Österreich und Europa erleben derzeit einen Andrang von Flüchtlingen, der die Politik an ihre Grenzen bringt und die Gesellschaft spaltet wie kaum ein anderes Thema. Wir berichten an dieser Stelle in einem Nachrichten-Ticker über aktuelle Entwicklungen zum Thema Flüchtlingskrise.

In Kufstein hat der Flüchtlingsandrang wieder zugenommen. Der Zugverkehr von Kufstein nach Rosenheim wurde am Samstagabend für mehrere Stunden gestoppt.

In Erl wurde überraschend bereits am Samstagabend ein Notquartier aktiviert. Etwa 200 Flüchtlinge werden dort die Nacht verbringen.

Die aktuellen Entwicklungen in der Flüchtlingskrise im TT-Newsticker:

Flüchtlingskrise in der EU

++++Neuer Ticker++++

08:09 Uhr

Der News-Ticker wird hier fortgeführt: http://go.tt.com/1GFLruj

Kurz: "Wir sind bereits heute massiv überfordert"

23:00 Uhr

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) sieht Österreich in der Flüchtlingskrise an den Grenzen seiner Aufnahmefähigkeit. "Wir sind bereits heute massiv überfordert, das gilt auch für Deutschland und Schweden. Das ist ein Zustand, der so nicht weitergehen kann", so Kurz gegenüber der "Kleinen Zeitung" (Sonntag).

Gefragt ob Österreich seine Grenzen schließen könnte, wenn Deutschland das tue, meinte der Außenminister zum Blatt: "Wenn Deutschland das tut, müssen wir im Gleichklang agieren, weil wir sonst innerhalb weniger Tage komplett überfordert werden. Jetzt geht es darum, die EU-Außengrenze zu schützen", so Kurz. "Ich kämpfe dafür, dass endlich Grenzsicherheit an den EU-Außengrenzen hergestellt wird. Wenn das nicht stattfindet, werden immer mehr Staaten Einzelmaßnahmen ergreifen müssen. Ich hoffe, dass wir uns das ersparen können. Wir haben nicht mehr viel Zeit."

Weiter kritisierte der Außenminister Länderkollegen in Brüssel: "Es gibt immer noch zu viele Staats- und Regierungschefs beim EU-Gipfel, die sich nicht betroffen fühlen, die versuchen, sich mit Worthülsen wie unbegrenzte Humanität zu retten und hoffen, dass der Zustrom von alleine versiegt. Das wird nicht passieren".

"Ich wünsche mir in ganz Europa eine ehrlichere Politik. Ich wünsche mir definitiv, dass wir in Europa, vor allem auch Deutschland die Dinge endlich beim Namen nennen und klipp und klar sagen: Es braucht ein Ende der Einladungspolitik. Wir sind überfordert. Es kommen einfach zu viele Menschen", so Kurz zur "Kleinen Zeitung".

Zugverkehr bei Kufstein vorübergehend unterbrochen

22:04 Uhr

In Kufstein hat der Flüchtlingsandrang wieder zugenommen. Der Zugverkehr von Kufstein nach Rosenheim wurde am Abend für mehrere Stunden gestoppt. "Er wird erst wieder aufgenommen, wenn es in Rosenheim Kapazitäten für die Flüchtlingsaufnahme gibt", sagte der Sprecher der Bundespolizeiinspektion Rosenheim, Bernd-Robert Schulz.

Zahl an der bayerischen Grenze unverändert hoch

22:03 Uhr

Der Zustrom an der bayerischen Grenze ist unverändert hoch. Alleine an den drei niederbayerischen Grenzübergängen Wegscheid, Neuhaus am Inn und Simbach am Inn zählte die deutsche Bundespolizei etwa 4.500 Menschen bis zum Samstagabend. Auch in Freilassing wurde mit einem vergleichbaren Aufkommen wie am Freitag gerechnet, als etwa 2.000 Flüchtlinge aufgenommen wurden.

Notquartier in Erl aktiviert

21:31 Uhr

Im Parkhaus der Festspiele Erl wurde heute mit Hochdruck daran gearbeitet, eine Notunterkunft für bis zu 500 Flüchtlinge zu schaffen. Rund 200 Flüchtlinge wurden am Abend dort bereits untergebracht, weil die Zelte in Kufstein zum Bersten voll waren, berichtet Landespolizeidirektor Helmut Tomac gegenüber der TT.

Rotes Kreuz bittet um Spenden für Heim am Hofgarten

19:17 Uhr

Es werden zur Zeit folgende Dinge dringend benötigt:

  • Windeln 2/3
  • Babyflaschen mit Schnulleraufsätze für Neugeborene und nächste Größe (nur Milch, nichts für Brei)
  • (Baby)Feuchttücher
  • Schnuller
  • Babydecken
  • Handschuhe & Mützen Erwachsene
  • Socken und Unterwäsche für Erwachsene (BHs!)
  • Damenhygienartikel in besserer Qualität (Binden, keine OBs)
  • Rucksäcke
  • Taschen/Sporttaschen
  • Winterschuhe Herren (40-45)
  • Hosen in kleinen Größen (max. 34/L)
  • FlipFlops

Abgabe jederzeit direkt beim Roten Kreuz: Sillufer 3, 6020 Innsbruck

Rund 500 bis 600 Menschen demonstrierten in Spielfeld

16:07 Uhr