Ramsau

Geplanter sozialer Wohnbau sorgt für Spannungen

© Fankhauser Eva-Maria

Seit Monaten tüftelt die Gemeinde Ramsau am Raumordnungskonzept. Vorrangflächen und eine Hochspannungsleitung spalten die Gemeinde.

Von Eva-Maria Fankhauser

Ramsau –Heute Abend wird es in der Ramsauer Gemeindestube spannend. Auf der Tagesordnung steht zwar nur ein Punkt, der hat es aber in sich: die Fortschreibung des örtlichen Raumordnungskonzeptes. Bereis vor fünf Wochen wurde eine Sitzung dazu anberaumt, diese wurde jedoch von BM Friedrich Steiner aus ungeklärten Gründen verschoben – die TT berichtete.

„Die Leute aus unserem Wohnhaus und einige andere Gemeindebürger kommen zur Sitzung um 20 Uhr“, berichtet Andreas Eberhartinger. Er wohnt neben dem umstrittenen Grundstück, auf dem künftig ein sozialer Wohnbau der Alpenländischen Heimstätte entstehen soll. Nicht nur die mögliche Bauform des Gebäudes birgt jede Menge Zündstoff in sich, sondern auch das Grundstück selbst. „Der springende Punkt ist, ob das Grundstück noch immer in der Vorrangfläche liegt oder nicht. Denn auch das geplante Einfamilienhaus in derselben Parzelle liegt mit rund 80 m² in der Vorrangfläche“, erläutert Eberhartinger. Zudem sei es unzumutbar, dort unterhalb einer Hochspannungsleitung Wohnraum zu schaffen.

Das sieht Markus Lechleitner, GF Alpenländische Heimstätte, anders: „Wir bauen die geplanten zwölf Wohnungen ja nicht direkt unter die Stromleitung, sondern an die Schwankungsbreite he­ran. Zudem wird das, was an Strahlung da ist, vom Beton abgeschirmt.“ Der vom Land Tirol geförderte Wohnbau in Passivhausbauweise auf rund 1200 m² sei laut ihm eine gute Chance für die Gemeinde, günstigen Wohnraum zu erhalten. „Ich bin sicher, dass die Wohnungen schnell weggehen werden. Die Vergabe obliegt zu 100 Prozent der Gemeinde“, betont Lechleitner. Er findet es schade, dass in Ramsau mit „dicken Kanonen“ geschossen werde, ohne das Wissen, was genau gebaut werde. Daher wird er bei der heutigen Sitzung bei offenen Fragen Rede und Antwort stehen. Das Gebäude solle zweistöckig werden und somit niederer sein als der angrenzende, bereits bestehende Wohnbau. Auch eine Tiefgarage ist geplant.