Fall Mohamed und Elias: Mutmaßlicher Mörder schweigt
Der Fall der beiden getöteten Kinder Mohamed und Elias wird deutsche Ermittlungsbehörden und Justiz noch länger beschäftigen. Zu Wochenbeginn werden die nächsten Schritte getan.
Potsdam – Der mutmaßliche Mörder von Elias (6) und Mohamed (4) schweigt weiterhin zu seinen Taten. „Bislang haben wir keine weitere Aussage des Mannes“, sagte der Sprecher der Potsdamer Staatsanwaltschaft, Christoph Lange, am Montag. Im Vordergrund stehe nun die Rekonstruktion des Mordes an Elias. „Wir benötigen die detaillierten Erkenntnisse der Rechtsmedizin, wie der Junge zu Tode gekommen ist“, sagte Lange. Erst dann könne ein erweiterter Haftbefehl gegen den 32-jährigen Tatverdächtigen beantragt werden.
Die Brandenburger Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen in den beiden Mordfällen am Montag von den Berliner Kollegen übernommen, weil beide Kinder in Brandenburg getötet wurden. Der mutmaßliche Doppelmörder, der nach seiner Festnahme am Donnerstag beide Taten gestanden und nur im Fall Mohamed umfangreiche Angaben gemacht hatte, soll in die Haftanstalt Brandenburg Havel überführt werden.
Zusammenhänge zu anderen Fällen werden überprüft
„Die Soko Mohamed ist aufgelöst“, sagte der Berliner Polizeisprecher Stefan Redlich am Montag. „Wir ermitteln weiter wegen Mohamed bei der 8. Mordkommission, aber im Auftrag der Potsdamer Staatsanwaltschaft.“ Nach Angaben von Redlich überprüft die Berliner Polizei auch in all ihren Fällen von vermissten Kindern, ob es Zusammenhänge zum mutmaßlichen Mörder von Mohamed und Elias geben könnte.
Im Kleingarten, in dem Elias gefunden wurde, wurden keine weiteren Leichen gefunden. Computertechnik des mutmaßlichen Mörders wurde sichergestellt und wird nun ausgewertet. Auch das Wohnhaus im Niedergörsdorfer Ortsteil Kaltenborn war durchsucht worden.
In dem Haus hatte der Mann nach seiner Aussage den vierjährigen Mohamed missbraucht, getötet und die Leiche auf dem Dachboden versteckt. Sie war amDonnerstag im Kofferraum seines Wagens entdeckt worden.
Entführungsort Mohameds soll sicherer werden
Elias war Anfang Juli in Potsdam verschwunden, Mohamed am 1. Oktober vor dem für Flüchtlinge zuständigen Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Berlin. Fahndungsfotos brachten nach wochenlangen Ermittlungen schließlich den Durchbruch für die Polizei.
Nach der Entführung und Ermordung des kleinen Mohamed soll das Lageso-Gelände sicherer werden. Einen entsprechenden Bericht der Zeitungen „B.Z.“ und „Bild“ (Montag) bestätigte die Sprecherin der Senatssozialverwaltung, Regina Kneiding, am Sonntag auf Anfrage. Derzeit berieten alle Betroffenen darüber, wie das Sicherheitskonzept zu überarbeiten sei, sagte sie. (dpa)