Life Ball in Bildern: Vom ‚‚schwulen Aufschrei‘‘ zum Megaevent

Elton John, Bill Clinton und Sharon Stone: Seit 1993 lockt der Life Ball Jahr für Jahr das Who-Is-Who der internationalen Promiszene an. Im Jahr 2016 legt Österreichs größtes Charity-Event erstmals eine Pause ein. In unserer Bildergalerie können Sie einen Blick auf die Gäste-Highlights der vergangenen 22 Jahre werfen.

Sir Elton John (mitte) und Ex-US-Präsident Bill Clinton zählen zu gern gesehenen Gästen . Sie beehrten den Life Ball bereits mehrmals.
© APA/Neubauer

Wien – Seit 1992 sammelt das Team rund um Gery Keszler auf dem Life Ball Spenden in Millionenhöhe für den Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids. 23 Bälle sind es bisher geworden. Im nächsten Jahr macht das große Charity-Event erstmals Pause. Organisator Gery Keszler möchte dem Life Ball in Zukunft „mehr Tiefe“ geben.

Im Folgenden ein Überblick, wie der Life Ball von einem „schwulen Aufschrei“ zum größten Aids-Charity-Event gewachsen ist.

Gemeinsam mit seinem Freund Torgom Petrosian gründet Gery Keszler 1992 den Verein Aids Life. Nachdem Petrosian an Aids erkrankt, beschließen seine Freunde, in Österreich einen Charity-Event zu organisieren. Der Life Ball war geboren. Petrosian sollte aber nur den ersten Life Ball erleben.

Dieser geht am 29. Mai 1993 über die Bühne. Für das Event bringt Gery Keszler, der früher als Visagist tätig war, Stardesigner Thierry Mugler nach Wien. Der damalige Bürgermeister Helmut Zilk setzt sich dafür ein, dass die Aids-Benefizgala im Rathaus stattfinden kann. Der Life Ball ist somit die einzige Veranstaltung zugunsten von Aids-Organisationen, die in einem „politischen“ Gebäude stattfindet. Schon damals konnte sich die Gästeliste sehen lassen: Helena Christensen und Vivienne Westwood waren ebenso gekommen wie heimische Prominente wie Chris Lohner und Alfons Haider. „Am Anfang war der Life Ball wirklich ein schwuler Aufschrei“, erinnerte sich Haider.

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Aufgrund des großen Erfolges des ersten Life Balls und der enormen Nachfrage beschließen die Organisatoren rund um Keszler 1994 eine „Wiederholung“. Danach ist der Hype nicht mehr aufzuhalten. Karten für das Fest sind binnen Minuten vergriffen, die Spendensummen werden immer höher.

Mit der fünfte Ausgabe am 10. Mai 1997 mausert sich der Life Ball zum Megaevent. „Queen of Punk“ Vivienne Westwood kommt erneut nach Wien, um die diesjährige Modeshow auszurichten. Als Mitternachtseinlage singt Falco im Rathaus, einer seiner letzten Auftritte in Österreich vor seinem Unfalltod im Februar 1998.

Gästeliste prominenter, Life Ball pompöser

Mit jedem Jahr wird das Fest aufwendiger und pompöser, die Eröffnungszeremonie samt Modeschau auch für Zaungäste im Rathausplatz geöffnet. Auch die Gästeliste wird immer prominenter: Elton John, Neil Tennant, der Sänger der Pet Shop Boys, Ex-Spice-Girl Emma Bunton, Liza Minelli, Heidi Klum, Sharon Stone, Milla Jovovich, Topmodel Naomi Campell, Antonio Banderas, Sean Penn, Whoopi Goldberg, die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit oder der Geiger David Garrett - alle kommen sie zu dem Fest.

Doch nicht nur das Publikum, auch die Hilfsprojekte werden internationaler: Seit 2006 kooperiert der Life Ball mit der American Foundation for Aids Research (amfAR). Auch die Clinton Foundation HIV/Aids Programme (CHAI) wird unterstützt, der ehemalige US-Präsident Bill Clinton dadurch zum Stammgast. 2010 bildet der Life Ball den Auftakt der Welt-Aids-Konferenz in Wien.

2015 war der vielleicht persönlichste Ball von Organisator Gery Keszler. Völlig unerwartet berichtete Keszler bei seiner Rede davon, sich selbst in Australien in seinen 20ern mit dem HIV-Virus infiziert zu haben. „Ich war einer der ersten in Österreich, der sich mit Aids infiziert hat“, sagte er. (APA)

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Vivienne Westwood war Stargast beim Life Ball 1997.

© APA/Techt

Life Ball 2001: Stargast Elton John (l.) mit einem Scheck über 520.000 Pfund für Ball-Organisator Gery Keszler (r.).

© APA/Schlager

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