Flüchtlingskrise

Stündlich verlassen 50 Flüchtlinge Kufstein

Ankunft des Sonderzuges aus dem Süden am Bahnhof Kufstein: Für die meisten Flüchtlinge ist es aber nur eine Zwischenstation, sie wollen so schnell wie möglich weiter in Richtung Norden.
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Das Transitlager in Erl ist vorläufig geschlossen worden. In Kufstein kamen gestern 450 Flüchtlinge an, gleich viele fuhren wieder ab.

Von Wolfgang Otter

Kufstein –„Ist das Deutschland?“, war die erste Frage auf Englisch von den jungen Männern, die am Bahnhof Kufstein aus dem Sonderzug stiegen. Die zweite lautete „Wohin gehen wir?“, als sie sich brav in einer Zweierreihe aufstellten, wie ihnen der Polizist aufgetragen hatte. Die Verunsicherung der Männer und Frauen war spürbar, während die Kinder winkten. Ein Schauspiel, das sich derzeit täglich in Kufstein wiederholt. 360 Flüchtlinge kamen gestern am Bahnhof Kufstein aus dem Süden an, 90 mit dem Bus. Eine kleinere Zahl als am Freitag und Samstag, da waren es täglich bis zu 900 und mehr. Geleitet von Polizisten marschierten die Neuankömmlinge gestern zum Flüchtlingslager, wo sie von den Mitarbeitern des Roten Kreuzes in Empfang genommen wurden.

In Zweierreihen ging es gestern für rund 360 Flüchtlinge vom Bahnhof aus zum Zeltlager in Kufstein.
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Die Situation hat sich auch entspannt, weil nun fast stündlich 50 Asylwerber mit einem Zug Kufstein wieder verlassen. Damit, so ist bei der Pressestelle der Deutschen Bundespolizei in München zu erfahren, könne man sicherstellen, dass es nicht zu Sicherheitsproblemen am Bahnhof Rosenheim kommt und dass die Flüchtlinge ordentlich regis­triert werden können. Das war am Wochenende nicht mehr gegeben, weshalb der Zugverkehr eingestellt wurde. Prompt gab es in Kufstein Probleme, wurde von Flüchtlingen der Bahnhof zur Schlafstätte umfunktioniert. Laut Rotem Kreuz wollten die Leute nicht zurück ins Lager, um auf alle Fälle den ersten wieder Richtung Bayern fahrenden Zug zu erwischen. Für Bahnfahrer war der belagerte Bahnhof eine Überraschung, die nicht nur Verständnis hervorrief. Die ÖBB haben laut Pressesprecher René Zumtobel „in Kufstein und Innsbruck das Personal verstärkt – einerseits zur Kundenlenkung und für die Sicherheit, andererseits werden zusätzliche Reinigungsschichten eingeschoben. Am Bahnhof zu übernachten, sollte jedoch nur der Ausnahmefall sein.“

Während man sich in Kufstein an die Situation gewöhnt habe – Bürgermeister Martin Krumschnabel ist nach eigenen Aussagen mit keinerlei Beschwerden aus der Bevölkerung konfrontiert – wird dies in Erl noch dauern. Seit Samstag war hier das Parterre vom Parkdeck des Festspielhauses zum Transitlager für 500 Personen umfunktioniert worden. Ein gewisses „Unbehagen“ sei in der Bevölkerung schon zu spüren, schildert der Erler Bürgermeister Georg Aicher-Hechenberger. Gestern war das Lager wieder zu, um es für weitere Einsätze herzurichten, sagt der Ortschef. Währenddessen drängt für das Kufsteiner Camp die Zeit. Denn die Zelte sind nicht wirklich winterdicht. „Halle ist aber in Kufstein derzeit keine zur Verfügung“, sagt Krumschnabel.

Im Zeltlager heißt es vorerst anstehen zur Registrierung und für ein warmes Essen, das die ÖRK-Mitarbeiter austeilen.
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