Absturz in Achensee: „Den Patienten geht es wirklich gut“
Zehn Tage nach ihrer spektakulären Rettung aus dem eiskalten Achensee sind die 22-jährige Autolenkerin und ihr 26-jähriger Beifahrer stabil und ansprechbar. Ihre Lebensretter freuen sich.werden. Sie lagen seitdem tagelang in „kritischem Zustand“ in der Innsbrucker Klinik. Nun kommen von dort positive Nachrichten.
Innsbruck – Erfreuliche Nachrichten gab es gestern über die beiden Patienten, die am Nationalfeiertag nach einem Autounfall aus dem Achensee gezogen worden waren. Beide liegen zwar noch auf der Intensivstation, doch es geht „ihnen wirklich gut“, sagte gestern Wolfgang Koller, stv. Leiter der Klinik für Allgemeine und Chirurgische Intensivmedizin bei einer Pressekonferenz in Innsbruck.
Das „wirklich gut“ bezieht sich auf den lebensbedrohlichen Zustand bei ihrer Einlieferung. „Die lebenswichtigen Funktionen Kreislauf und Lunge waren schwer gestört. Ebenso Nieren und Blutgerinnung“, berichtete Koller. Die 22-jährige Frau und der 26-jährige Mann mussten an die Herz-Lungen-Maschine und ein Beatmungsgerät angeschlossen werden. Doch schon nach wenigen Tagen hätten sie selbst zu atmen begonnen, der Kreislauf habe sich stabilisiert. „Beide sind nun wach und ansprechbar.“
Rasches Einschreiten der Ersthelfer entscheidend
Nun liege aber ein langer Rehabilitationsweg mit einem ganzen Bündel an Therapien vor ihnen. Ob sie wieder ganz gesund werden – ohne Langzeitfolgen – könne derzeit noch nicht gesagt werden. „Doch junge Menschen haben eine große Kompensationsfähigkeit, die beiden haben wirklich alle Chancen“, betonte Koller.
Ausschlaggebend für den bislang so erfreulichen Genesungsverlauf war laut Koller eindeutig das beherzte und „unglaublich rasche“ Eingreifen der Ersthelfer. Und damit meint Koller sowohl das Bergen von Fahrerin und Beifahrer aus dem untergegangenen Auto als auch die sofort eingeleiteten Wiederbelebungsmaßnahmen. „Das war gigantisch.“
Unterländer Retter froh und glücklich
Die Helfer haben sich gestern jedenfalls sehr über die frohe Botschaft gefreut. Christian Bendler (28) aus Maurach am Achensee ist sehr erleichtert, zu hören, dass sie auf dem Weg der Besserung sind. „Ich habe es soeben auf tt.com gelesen. Sehr gut – das ist schön, zu hören“, sagte er gestern am Telefon. In den vergangenen Tagen hätten sie immer wieder über drei Ecken gute Nachrichten über den Gesundheitszustand erfragt. „Aber so ganz sicher, was davon stimmt, waren wir uns nicht.“ Bendler war derjenige, der gemeinsam mit Patrick Lösch in den See gesprungen war. Er war es auch, dem es gelang, sowohl die Lenkerin als auch ihren Beifahrer über die Fahrertür aus dem Wrack zu bergen. Warum Bendler nicht zögerte, in den eiskalten, dunklen See zu springen? „Ich habe die vier anderen, die sich selbst hatten retten können, gefragt, wann es passiert ist. Als sie meinten, gerade eben, gab es kein Zögern. Hätten sie gesagt, vor einer halben Stunde, wäre es wahrscheinlich anders gewesen.“
Der 19-jährige Julian Unterladstätter aus Strass im Zillertal war einer jener, die die beiden Opfer vom Ufer des Sees an Land brachten und dort sofort mit der Reanimation begannen. Julian arbeitet bei Sandoz, dort wird Erste Hilfe großgeschrieben, daher wusste er, was zu tun war. „Mich freut’s voll, zu hören, dass die beiden es schaffen. In der Innsbrucker Klinik haben sie aber auch sicher die besten Ärzte.“
Der Wagen der 22-Jährigen mit insgesamt sechs Personen war am Nationalfeiertag frühmorgens aus noch ungeklärter Ursache von der Fahrbahn abgekommen und in den Achensee gestürzt. Die vier Insassen im Fond des Wagens konnten sich selbst befreien und ans Ufer retten. Sie hielten ein herannahendes Taxi an, in dem die Helfer saßen und die sofort handelten. (sta, ad)