Deutsche Chemie-Industrie senkt Umsatzprognose nach schwachem Quartal

Frankfurt (APA/dpa/Reuters) - Nach dem schwachen Sommerquartal glaubt die deutsche Chemieindustrie in diesem Jahr nicht mehr an ein Umsatzwa...

Frankfurt (APA/dpa/Reuters) - Nach dem schwachen Sommerquartal glaubt die deutsche Chemieindustrie in diesem Jahr nicht mehr an ein Umsatzwachstum. „Die Chemikalienpreise sinken voraussichtlich um 2,5 Prozent, so dass der Branchenumsatz bei rund 191 Milliarden Euro stagniert“, teilte der Verband der Chemischen Industrie am Dienstag in Frankfurt mit.

Bisher hatte der VCI ein kleines Umsatzplus von einem Prozent auf 192,7 Mrd. Euro vorhergesagt. Hingegen geht der Verband weiter von einem Plus der deutschen Chemie- und Pharmaproduktion von 1,5 Prozent in diesem Jahr aus. Die Unsicherheit in den Unternehmen habe in den letzten Monaten weiter zugenommen. Sorgen bereite die Rezession in Brasilien und in Russland sowie die starke Abkühlung der Konjunktur in China.

Ein Grund für die schwindende Zuversicht ist der Dämpfer in den Sommermonaten. Von Juli bis September sank die Chemieproduktion in Deutschland im Vergleich zum Vorquartal um 1,4 Prozent, der Umsatz um 2,5 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresquartal fiel der Umsatz von Deutschlands drittgrößtem Industriezweig um 1,5 Prozent auf 44,7 Mrd. Euro. Die Preise sanken binnen Jahresfrist um 2,1 Prozent, die Produktion legte um 1,1 Prozent zu.

In Deutschland litt das Chemiegeschäft unter der schwachen Industrienachfrage, auch die Exporterlöse rutschten ins Minus. Für die nächsten Monate erwarte der VCI einen wechselhaften Markt mit nur moderaten Wachstumsimpulsen sowohl im Inland wie auch in Europa und Asien.

Trotz der Flaute blieb die Beschäftigung in der chemisch-pharmazeutischen Industrie im dritten Quartal 2015 konstant auf dem Niveau des Vorquartals. Die Branche beschäftigt damit den Angaben zufolge 447.000 Mitarbeiter.