Der VW-Abgasskandal - Konzern gefangen in der Krise
Berlin/Wolfsburg (APA/dpa) - Der Abgasskandal bei VW hat eine neue Dimension erreicht. Bisherige Stationen der schwersten Krise des Konzerns...
Berlin/Wolfsburg (APA/dpa) - Der Abgasskandal bei VW hat eine neue Dimension erreicht. Bisherige Stationen der schwersten Krise des Konzerns im Überblick:
3. September: Volkswagen räumt hinter den Kulissen gegenüber der US-Umweltbehörde EPA Manipulationen bei Abgastests von Dieselfahrzeugen ein.
18. September: Die EPA teilt mit, VW habe eine Software eingesetzt, um Testmessungen des Schadstoffausstoßes künstlich zu drücken.
22. September: Der Konzern gibt eine Gewinnwarnung heraus und kündigt Milliarden-Rückstellungen für bevorstehende Umrüstungen an.
23. September: Rücktritt von VW-Chef Martin Winterkorn. „Vor allem bin ich fassungslos, dass Verfehlungen dieser Tragweite im Volkswagen-Konzern möglich waren“, erklärt er seinen Schritt.
25. September: Der VW-Aufsichtsrat beruft Porsche-Chef Matthias Müller zum Konzernchef und trifft weitere Personalentscheidungen.
28. September: Nach mehreren Strafanzeigen startet die Braunschweiger Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugsvorwürfen.
7. Oktober: Krisentreffen der Aufseher, VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch wird an die Spitze des Kontrollgremiums gewählt. Nach Aussage Müllers kann der Rückruf im Jänner 2016 beginnen.
8. Oktober: Razzia bei VW. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ordnet Durchsuchungen in Wolfsburg und an anderen Orten an. VW-US-Chef Michael Horn muss dem US-Kongress Rede und Antwort stehen.
13. Oktober: Wegen der hohen Kosten für den Abgasskandal will VW eine Milliarde Euro weniger pro Jahr als bisher geplant investieren.
15. Oktober: Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ordnet einen verpflichtenden Rückruf aller VW-Dieselautos mit der Betrugssoftware an. In ganz Europa müssen 8,5 Millionen, in Deutschland 2,4 Millionen Wagen in die Werkstatt. VW hatte eine freiwillige Lösung angestrebt.
16. Oktober: Von Daimler wechselt Vorstandsfrau Christine Hohmann-Dennhardt zum 1. Jänner 2016 als neue Leiterin für Recht und Integrität zu VW.
17. Oktober: Der Volkswagen-Mehrheitseigner Porsche SE teilt mit, dass Winterkorn auch hier seinen Vorstandsvorsitz niederlegt.
21. Oktober: VW stoppt in der EU den Verkauf von Neuwagen im Lagerbestand, die noch ältere Motoren mit der Betrugssoftware haben. Müller betont, noch gebe es keine direkten Folgen für die Jobs.
22. Oktober: Der Konzern prüft, ob auch die frühe Version vom Nachfolger des Skandalmotors EA 189 von den Manipulationen betroffen ist. Untersuchungen ergeben, dass dies laut VW nicht der Fall ist.
28. Oktober: Der Skandal beschert dem Konzern im dritten Quartal einen Milliardenverlust. Vor Zinsen und Steuern beläuft sich das Minus auf rund 3,5 Mrd. Euro.
2. November: Die EPA beschuldigt VW, bei weiteren Dieselmotoren eine Manipulationssoftware eingesetzt zu haben. Volkswagen weist dies zurück.
3. November: Der Skandal erreicht eine neue Dimension. VW muss einräumen, dass es auch Unregelmäßigkeiten beim Kohlendioxid-Ausstoß (CO2) gibt. Rund 800.000 Fahrzeuge könnten betroffen sein.
~ ISIN DE0007664039 WEB http://www.volkswagenag.com ~ APA169 2015-11-04/10:40
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