Flüchtlinge - Immer mehr Kinder und Frauen auf der Balkanroute
Genf (APA/sda) - Es sind immer mehr Frauen und Kinder, die über die Balkanroute nach Europa gelangen. Deshalb hat das UNO-Kinderhilfswerk (U...
Genf (APA/sda) - Es sind immer mehr Frauen und Kinder, die über die Balkanroute nach Europa gelangen. Deshalb hat das UNO-Kinderhilfswerk (UNICEF) angesichts des bevorstehenden Winters einen dringenden Hilfsappell lanciert.
In Mazedonien lag der Anteil von Frauen und Kindern an der Gesamtzahl der durchreisenden Flüchtlinge im September bei 36 Prozent. Einen Monat später waren es 44 Prozent, wie Marie-Pierre Poirier von UNICEF am Mittwoch in Genf vor den Medien erklärte.
Seit Jahresbeginn hätten 190.000 Kinder in Europa um Asyl ersucht, also rund 630 pro Tag. Die Kinder machten rund einen Viertel aller 760.000 Flüchtlinge aus, die seit Jänner über das Mittelmeer nach Europa gekommen waren.
Die Kinder bedürfen laut Poirier besonderer Aufmerksamkeit. Der Winter stehe vor der Tür, die Nächte seien bereits sehr kalt. Es brauche daher dringend warme Kleider, Generatoren zum Heizen, Decken und Nahrung, sagte die UNICEF-Expertin, die soeben von einem Augenschein in den vom Flüchtlingsansturm besonders betroffenen Gebieten zurückgekehrt war.
Die Flüchtlinge seien erschöpft, verängstigt und wollten nur so rasch wie möglich ihre Reise beenden. Sie drängten sich in die vorhandenen Züge und Busse, immer von der Furcht begleitet, dass die Grenzen geschlossen würden.
Jeden Tag würden Dutzende Kinder in dem Durcheinander von ihren Eltern getrennt. Zum Glück könnten die meisten später wieder zusammengeführt werden, schilderte Poirier ihre Eindrücke. Und es mache keinen Anschein, dass dieser Zustrom aufhöre.
Zudem seien die Preise gesunken, welche die Schlepper für die Reise nach Westeuropa verlangten. Die Flüchtlinge hätten UNICEF gegenüber angegeben, dass sie noch 1000 Euro bezahlen müssten; früher seien es 4000 bis 5000 Euro gewesen. Dies erleichtere auch ärmeren Menschen die Flucht.
Kommentare