Müll-Liberalisierung - Reclay: Manche Entsorger verrechnen zu viel

Wien (APA) - Seit Anfang Jänner ist in Österreich die Sammlung und Verwertung von Haushaltsverpackungen liberalisiert. Zwischenzeitlich gibt...

Wien (APA) - Seit Anfang Jänner ist in Österreich die Sammlung und Verwertung von Haushaltsverpackungen liberalisiert. Zwischenzeitlich gibt es neben der ehemaligen Monopolistin ARA vier Anbieter am Markt. Einer davon, Reclay UFH, ortet aber immer noch eine Ungleichbehandlung: Einzelne Entsorger verrechneten Reclay mehr als der ARA.

In vier Fällen habe sich der „konkrete Verdacht“ erhärtet, dass Reclay UFH bis zu zehn Prozent höhere Kosten in Rechnung gestellt wurden, so das Unternehmen am Mittwoch. Betroffen seien 20 Bezirke in ganz Österreich.

In zwei von vier Fällen hat sich die Firma Reclay außergerichtlich mit den Entsorgern, die in ihrem Auftrag die „gelben“ und „blauen“ Tonnen mit Plastik- oder Metallabfällen abholen, geeinigt. „Die Nachverrechnung ist schon im Gange“, sagte Reclay-Geschäftsführer Christian Keri zur APA. Die anderen Fälle sind noch offen.

In einem Fall hat Reclay eine Anzeige bei der Verpackungskoordinierungsstelle im Umweltministerium eingebracht. Es handelt sich dabei um ein neuartiges Verfahren, das bisher noch nie angestrengt wurde. Es sieht vor, dass die Koordinierungsstelle einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer nominiert, der sich die Verträge zwischen Sammelsystem (zum Beispiel ARA oder Reclay) und Entsorgern ansieht. „Im Gesetz steht, dass Sammler allen Systemen, die sie beauftragen, den gleichen Preis zu verrechnen haben“, so Keri.

Reclay, ein Unternehmen mehrheitlich in deutscher Hand, arbeitet nach Eigenangaben mit rund 60 Sammelunternehmen zusammen.