Konflikte

Russland greift laut USA in Syrien „Moderate“ an

Bashar al-Assad hat in Russlands Präsident Wladimir Putin einen Verbündeten.
© Reuters/Alexei Druzhinin/RIA Nov

Russland, ein wichtiger Unterstützer des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad, hat erklärt, seine Angriffe richteten sich gegen die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS).

Damaskus – Russland greift in Syrien nach Angaben einer US-Diplomatin fast ausschließlich moderate Gegner der Regierung in Damaskus an. 85 bis 90 Prozent des Beschusses richtete sich gegen solche Ziele, sagte Anne Patterson, Spitzen-Diplomatin der USA für den Nahen Osten, am Mittwoch vor einem Kongressausschuss in Washington.

Russland, ein wichtiger Unterstützer des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad, hat erklärt, seine Angriffe richteten sich gegen die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS). Die USA werfen Moskau indes vor, auch Rebellen zu beschießen, die nicht mit dem IS verbündet sind. Diese Aufständischen werden zum Teil von den USA unterstützt.

Die syrische Beobachtergruppe für Menschenrechte erklärte zudem, am Mittwoch seien auch Luftangriffe auf Gebiete im Nordwesten Syriens geflogen worden, in denen seit September eine Feuerpause in Kraft sei. Man vermute, dass die Angriffe von russischen Kampfjets geflogen worden seien, teilte die der Opposition nahe stehende Gruppe mit. Es gehe um Außenbezirke der Städte Maarat Masrin und Ram Hamdan in der Provinz Idlib und es sei die erste Verletzung der Waffenruhe gewesen.

Vergangenen Freitag hatten sich zahlreiche in den Konflikt verstrickte Länder in Wien für die Aushandlung eines Waffenstillstands und die Bildung einer Übergangsregierung in Syrien ausgesprochen. Allerdings wurde auch auf weiter bestehende Differenzen hingewiesen. Ende kommender Woche soll es ein weiteres Treffen geben. In dem Krieg sind bisher mehr als 250.000 Menschen getötet worden. Millionen sind auf der Flucht - viele von ihnen wollen nach Deutschland.

Eine von russischen Luftangriffen unterstützte Offensive der syrischen Regierungstruppen hat nach Angaben der US-Regierung bereits mindestens 120.000 Menschen in die Flucht getrieben. Das militärische Eingreifen Russlands in den Bürgerkrieg habe die ohnehin schwierige Lage in Syrien noch einmal „gefährlich verschärft“.

Dies sagte die Staatssekretärin Anne Patterson, die im US-Außenministerium für den Nahen Osten zuständig ist, am Mittwoch bei einer Kongressanhörung in Washington. Seit Anfang September seien mindestens 120.000 Menschen vor den Kämpfen in Hama, Aleppo und Idlib geflohen.

Eine US-geführte internationale Militärkoalition fliegt seit mehr als einem Jahr Luftangriffe in Syrien, die sich gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) richten. Seit September sind auch russische Kampfflugzeuge über dem Bürgerkriegsland im Einsatz. Russland begründet sein Vorgehen ebenfalls mit dem Kampf gegen die Jihadisten. Die USA werfen Moskau allerdings vor, auch vom Westen unterstützte gemäßigte Rebellen anzugreifen, um den syrischen Staatschef Bashar al-Assad zu stärken. (APA/dpa)