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Amazon bringt Streaming-Dienst an den Start

Symbolfoto.
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Kunden des Online-Händlers bekommen Zugriff auf eine Million Lieder. Das Angebot ist auch in Österreich verfügbar.

Seattle – Amazon will in Deutschland und Österreich stärker im Geschäft mit Musik aus dem Netz mitspielen. Der weltgrößte Online-Händler brachte am Donnerstag seinen Streaming-Dienst an den Start, bei dem Kunden des kostenpflichtigen Abo-Angebots Prime Zugriff auf rund eine Million Songs haben. Außerdem gehören dazu diverse nach Genres sortierte werbefreie Online-Radiosender.

Prime Music bietet laut Aussendung neben der Möglichkeit, auf die Songs zuzugreifen, auch eine Radio-Funktion sowie von der Amazon-Musikredaktion zusammengestellte Playlisten. Diese sollen je nach Anlass und Stimmung ausgewählt werden können. Zudem kann die Musik auf mobile Geräte heruntergeladen werden, um sie offline abzuspielen.

In den USA gibt es den Service Prime Music seit vergangenem Jahr, danach folgte Großbritannien. Zum Start gab es Kritik an der deutlich kleineren Musikauswahl als bei anderen Streaming-Diensten mit zum Teil einigen Dutzend Millionen Titeln.

Der zuständige Amazon-Manager Steve Boom konterte in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur, es sei wichtig, die richtigen Songs im Angebot zu haben, da ein großer Teil des Katalogs nie abgefragt werde. In Deutschland wirbt Amazon zum Start unter anderem mit Music von Helene Fischer, Andreas Bourani, Cro sowie U2, Beyonce oder Bruce Springsteen.

Der Online-Händler verkauft schon seit längerer Zeit auch Musik-Downloads und war mit der Funktion „AutoRip“ zudem dazu übergegangen, den Inhalt gekaufter CDs sofort auch digital verfügbar zu machen. Diese Kollektionen werden Kunden zusammen mit dem neuen Streaming-Angebot über eine App nutzen können. Zum Prime-Service gehören für 49 Euro im Jahr unter anderem ein Videostreaming-Dienst und eine elektronische Leihbücherei auf Amazon-Geräten.

In Deutschland wird die meiste Musik nach wie vor auf CD gekauft. Zugleich wird das Streaming, bei dem Musik direkt aus dem Netz abgespielt wird, immer populärer. Der Wettbewerb in dem Geschäft wird auch hierzulande schärfer.

Denn Streaming hat in den vergangenen Jahren als Einnahmequelle für die Musikindustrie an Bedeutung gewonnen. So stieg beispielsweise 2014 das weltweite Geschäft mit Abo-Angeboten auf Streamingplattformen wie etwa Spotify um 39 Prozent. Es machte damit 23 Prozent des digitalen Marktes aus und generierte rund 1,6 Mrd. US-Dollar, während sich das Downloadgeschäft rückläufig entwickelte. Neben Spotify gehören auch Apple und Google mit ihren jeweiligen Angeboten zu den wesentlichen Playern am Streamingsektor. Insgesamt wurden 2014 am globalen Musikmarkt rund 14,97 Mrd. US-Dollar umgesetzt. (APA, dpa)