Europas Leitbörsen mehrheitlich im Plus, Vielzahl an Ergebnissen

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag im Verlauf mehrheitlich im Plus tendiert. Der Euro-Stoxx-50 gewa...

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag im Verlauf mehrheitlich im Plus tendiert. Der Euro-Stoxx-50 gewann 0,74 Prozent auf 3.464,52 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 12.15 Uhr mit 10.931,67 Punkten und plus 0,80 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London verlor hingegen gegen den europäischen Trend um 0,38 Prozent und steht nun bei 6.388,65 Stellen.

Die Aufmerksamkeit der Anleger zog vor allem die auf Hochtouren laufende Berichtssaison auf sich. DIe Papiere von AstraZeneca steigerten sich um drei Prozent. Der britisch-schwedische Konzern litt zwar im dritten Quartal unter negativen Währungseffekten, ist aber dank seiner alten Umsatzschlager optimistischer für das Gesamtjahr als bisher.

Die französische Großbank Societe Generale steigerte ihren Quartalsgewinn stärker als erwartet, was die Aktien um 5,5 Prozent steigen ließ. Dagegen belasteten hohe Kosten für Großschäden den Schweizer Versicherungskonzern Zurich Insurance sichtbar. Experten hatten damit allerdings schon gerechnet. Die Anteilsscheine schafften ein Plus von 0,7 Prozent.

Beim Energiekonzern Engie freuten sich die Anleger trotz vorsichtigerer Aussagen zur weiteren Geschäftsentwicklung über Kursgewinne von 1,7 Prozent. Die Franzosen leiden unter den niedrigen Öl- und Gaspreisen. Die Schweizer Bank UBS setzt indes auf einen gewinnträchtigen Konzernumbau durch den Verkauf von Aktivitäten in den USA und empfiehlt die Aktie nun zum Kauf.

Der Windturbinen-Hersteller Vestas überzeugte mit überraschend starken Quartalszahlen und angehobenen Jahreszielen. Entsprechend verteuerten sich die Aktien des Nordex-Konkurrenten um 5,2 Prozent.

Die Adidas-Aktien zogen 5,7 Prozent hoch. Gute Geschäfte in Westeuropa, Nordamerika und China stimmen Europas größten Sportartikelhersteller zuversichtlicher. Auch wegen eines starken Wachstums bei der Hausmarke Adidas und einer robusten Entwicklung bei der Tochter Reebok hob der Konzern seinen Ausblick für das laufende Jahr an.

Dagegen brachen die Titel von Amec Foster Wheeler um 24 Prozent ein. Das unter anderem in der Ölindustrie tätige Bau- und Anlagenbau-Unternehmen kündigte eine Dividendenhalbierung an, da die Gewinne angesichts der gesunkenen Öl- und Gaspreise erodierten.

Dass der französische Elektrokonzern Alstom mit seiner verbleibenden Zugsparte weiter wächst, half den Aktien nicht: Sie verloren 5,2 Prozent. Der organische Umsatz - also ohne Effekte wie Währungseinflüsse oder Zu- und Verkäufe - legte im ersten Geschäftshalbjahr wie von Analysten erwartet zu.

Bei Adecco mussten die Anleger einen Kursrutsch von fast acht Prozent verkraften. Der Personalvermittler rutschte im dritten Quartal wegen hoher Abschreibungen tief in die roten Zahlen und ist nun mit Blick auf das Gesamtjahr weniger optimistisch als bislang.

VW-Papiere rutschten um weitere 2,6 Prozent ab. Einige Händler verwiesen auf Sorgen um den Kapitalbedarf zur Deckung der Kosten aus dem Abgasskandal. Diese sind aber nicht neu. „Das Problem sitzt bei Volkswagen noch viel tiefer“, sagte Experte Andreas Lipkow vom Investmenthaus von Kliegel & Hafner. In den USA drohten sehr hohe Kosten für Strafen und Zivilrechtsklagen.

Die Papiere der Munich Re erholten sich dagegen von ihrer Anfangsschwäche und tendierten unverändert. Dabei hatte der weltgrößte Rückversicherer über ein deutlich enttäuschendes Abschneiden im dritten Quartal berichtet. Als Grund führte der Vorstand unter anderem hohe Wertverluste bei Aktien und Rohstoff- und Inflationspapieren an.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA298 2015-11-05/12:19