US-Sanktionsverstöße gehen für Deutsche Bank glimpflich aus

Frankfurt (APA/Reuters) - Die Deutsche Bank muss wegen Verstößen gegen US-Sanktionen 258 Mio. Dollar (rund 236 Mio. Euro) bezahlen und kommt...

Frankfurt (APA/Reuters) - Die Deutsche Bank muss wegen Verstößen gegen US-Sanktionen 258 Mio. Dollar (rund 236 Mio. Euro) bezahlen und kommt damit billiger davon als von vielen Experten erwartet. Die französische Großbank BNP Paribas war 2014 zu einer Strafe von knapp 9 Mrd. Dollar verdonnert worden. Die Commerzbank musste wegen Sanktionsverstößen und Geldwäsche-Vorwürfen im Frühjahr 1,45 Mrd. Dollar berappen.

Die Einigung mit der New Yorker Finanzaufsicht und der US-Notenbank Fed kam schneller zustande als Bank-Insider erwartet hatten. Im Zentrum standen Transaktionen für Kunden aus Staaten wie Syrien und dem Iran, gegen die die USA Sanktionen verhängt hat. Zwischen 1999 und 2006 habe Deutschlands größte Bank Transaktionen im Volumen von 10,9 Mrd. Dollar abgewickelt und dabei „untransparente Methoden und Praktiken“ verwendet, um diese zu verschleiern, erklärten die Behörden.

„Die Praxis wurde bereits vor mehreren Jahren beendet, und seitdem haben wir alle Geschäfte mit Gegenparteien aus den betroffenen Ländern eingestellt“, teilte die Deutsche Bank mit. Das Institut sei froh über die Verständigung. Sie muss im Rahmen der am Mittwochabend verkündeten Einigung sechs Mitarbeiter entlassen. Zahlreiche andere beteiligte Personen haben das Institut bereits verlassen. Zudem müssen die Frankfurter einen unabhängigen Aufseher installieren.

Die Deutsche Bank zahlt 58 Mio. Dollar an die US-Notenbank und 200 Mio. Dollar an die New Yorker Finanzaufsicht. Sie ist bei Geldhäusern besonders gefürchtet und kann ihnen im Extremfall die Banklizenz im weltweit größten Finanzmarkt entziehen. Ein Deutsche-Bank-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern, ob andere US-Behörden in dem Fall weiter ermitteln.

Die Deutsche Bank steht wegen diverser Skandale rund um den Globus im Visier von Ermittlungsbehörden und wurde in den vergangenen Jahren wiederholt zu Strafzahlungen verdonnert. Trotzdem lasten auf dem Geldhaus noch rund 1000 größere Rechtsstreitigkeiten. Für die Aufarbeitung der juristischen Altlasten hat sie inzwischen 4,8 Mrd. Euro zur Seite gelegt. Allein im dritten Quartal mussten neue Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten über 1,2 Mrd. Euro gebildet werden.

~ ISIN DE0005140008 WEB https://www.deutsche-bank.de/index.htm ~ APA352 2015-11-05/13:10