Absturz - Internationale Pressestimmen
Sharm el-Sheikh (APA/dpa/AFP) - Die Zeitungen kommentieren am Freitag den wahrscheinlichen Bombenanschlag auf ein russisches Passagierflugze...
Sharm el-Sheikh (APA/dpa/AFP) - Die Zeitungen kommentieren am Freitag den wahrscheinlichen Bombenanschlag auf ein russisches Passagierflugzeug über der Sinai-Halbinsel:
„De Standaard“ (Brüssel):
„Es ist eine Illusion, dass ein Eingreifen in Syrien eine weit entfernte Angelegenheit bleiben könnte. Seit die Überzeugung wächst, dass IS-Terroristen an Bord des Metrojet-Airbus über der Sinai-Halbinsel eine Bombe explodieren ließen und damit 224 meist russische Touristen töteten, ist auch Russland davon betroffen. Für Putin ist der Kampf gegen den IS nun nicht allein eine Sache von anonymen Bombardierungen und verborgenen Militärberatern. Bürger des eigenen Landes werden zu Opfern. Den Vereinigten Staaten und Europa sollte das eine weitere Warnung sein. ... Wenn es tatsächlich eine Bombe war, dann diente sie als Warnung, sich von Syrien fernzuhalten. Der IS sendet die Botschaft, dass er sich selbst vor Großmächten nicht fürchtet und es wagt, zahllose Fronten gleichzeitig zu eröffnen.“
„Sud-Ouest“ (Bordeaux):
„(Der russische Präsident) Wladimir Putin weiß, wie sehr sich die russische Öffentlichkeit erregen kann über Kriege, derer sie müde ist. Wie sehr das Trauma von Afghanistan auch 20 Jahre danach noch durch die Köpfe spukt. Mit letzter Energie wird er sich daher, so lang es irgendwie geht, weigern zuzugeben, dass diese 224 Toten in heiterem Himmel bei der schlimmsten Flugkatastrophe in der Geschichte seines Landes die ersten Opfer der Expedition waren, die er im Nahen Osten begonnen hat.“
„Dennik N“ (Bratislava):
„Falls (der russische Präsident Wladimir) Putin seinen Syrien-Krieg fortsetzen möchte, ist es für ihn besser, einen Terroranschlag zu bestreiten, damit der sowieso unpopuläre Krieg bei den Russen nicht noch weniger Unterstützung erfährt. Die Zurückhaltung gegenüber Terrorhinweisen kann aber auch ein entgegengesetztes Motiv haben: Der Krieg in Syrien birgt für Russland hohe Risiken, und es ist fraglich, wie lange ihn sich das Land ökonomisch leisten kann. Putin will also vielleicht das Volk zu Hause beruhigen, damit es nicht aus Wut einen Krieg zu unterstützen beginnt, aus dem er selbst schon einen schrittweisen Rückzug plant.“
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