Fußball: Schobesberger Rapid-Matchwinner - Hoppala und Tor des Jahres
Plzen (Pilsen)/Wien (APA) - Seine ersten beiden Tore im Fußball-Europacup sind für Philipp Schobesberger ganz wichtige gewesen. Mit einem Do...
Plzen (Pilsen)/Wien (APA) - Seine ersten beiden Tore im Fußball-Europacup sind für Philipp Schobesberger ganz wichtige gewesen. Mit einem Doppelpack bei Rapids 2:1-Auswärtserfolg gegen Viktoria Pilsen sicherte er seiner Mannschaft am Donnerstag den vorzeitigen Einzug ins Sechzehntelfinale der Europa League. Vor allem der spielentscheidende Treffer in der 77. Minute im Fallen wird noch lange in Erinnerung bleiben.
„Einerseits Tor des Jahres, andererseits Hoppala des Jahres. So etwas hab ich vorher noch nicht gesehen“, sagte Rapid-Kapitän Steffen Hofmann, der nach vier Europacup-Toren in Folge wieder einmal leer ausging. Sein Coach Zoran Barisic sah das ähnlich. „Das wird auf Eurosport oder in sämtlichen Sportsendern rauf und runter gehen in nächster Zeit. Es ist einzigartig. Das wird nicht so oft passiert sein, vor allem in so einem wichtigen Spiel.“ Und Mittelfeldspieler Stefan Schwab ergänzte: „Er ist ein Rotzbua, und das hat er im Fallen noch richtig gut gemacht.“
Es war die Szene im Spiel. Schobesberger läuft auf Goalie Matus Kozacik zu, rutscht aus, befördert den Ball im Liegen aber irgendwie doch noch mit dem anderen Fuß am verdutzten slowakischen Tormann vorbei ins Netz. „Mit Absicht kann man so etwas nicht machen. Natürlich war dann ein bisschen eine bewusste Bewegung mit dem linken Fuß. Aber es ist egal, wie er reingeht“, sagte Rapids Matchwinner selbst. Im Internet sowie auch von Medien wurde er deshalb gleich zum „Stolpersberger“.
Schobesberger hatte schon in der 13. Minute mit dem 1:0 nach einem erfolgreichen Konter und schöner Kainz-Vorarbeit die Weichen auf Sieg gestellt. „Es wären zwar mehr Tore möglich gewesen, aber zwei haben gereicht für den Aufstieg“, freute sich der Offensivspieler. Drei weitere Topchancen, darunter ein Stangenschuss in der Nachspielzeit, ließ er aus. „Er hat die eine oder andere Möglichkeit gehabt, wo er noch fitter war, die hat er nicht rein gemacht. Also vielleicht sollte er öfter stolpern vor dem Tor“, war Barisic ob des positiven Ausgangs zum Scherzen aufgelegt.
Schobesbergers Formkurve zeigt deutlich nach oben. Nach einer zwischenzeitlichen Schwächephase hat sich der 21-Jährige wieder in die Mannschaft gespielt und gibt das in ihn gesetzte Vertrauen mit Toren zurück. Wie zuletzt im ÖFB-Cup-Achtelfinale gegen Austria Salzburg am Mittwoch vergangener Woche traf er gegen Pilsen doppelt. Vier seiner sieben Pflichtspiel-Saisontore hat er in den jüngsten drei Partien erzielt. „Am Anfang der Saison habe ich noch etwas gebraucht, aber jetzt bin ich wieder ganz gut drin“, sagte Schobesberger. „Es ist normal, das man ein bisschen Aufs und Abs hat.“
Vor allem mit seiner Schnelligkeit und Dribbelstärke ist der Ex-Pasching-Kicker eine Waffe. „Wir wissen, was wir an ihm haben, er kann für uns Spiele entscheiden und das hat er gemacht“, wusste der mit Muskelproblemen gleich nach der Pause ausgeschiedene Kapitän Hofmann, bei wem er sich zu bedanken hatte. Barisic verzichtete auf ein Sonderlob. „Er war unser Matchwinner, aber ich will nicht einzelne Spieler hervorheben. Jeder ist über den Zenit gegangen“, sagte Rapids Trainer. Als Belohnung gibt es nach der Gruppenphase zumindest zwei weitere Spiele im Frühjahr 2016.