Vatikan: Italiens Episkopatssekretär kritisiert Skandalbücher

Vatikanstadt (APA) - Der italienische Episkopatssekretär, Bischof Nunzio Galantino, hat die beiden von den italienischen Investigativjournal...

Vatikanstadt (APA) - Der italienische Episkopatssekretär, Bischof Nunzio Galantino, hat die beiden von den italienischen Investigativjournalisten Gianluigi Nuzzi und Emiliano Fittipaldi veröffentlichten Sachbücher über Missstände in den Finanzen des Vatikans kritisiert. Die Bücher würden lediglich Informationen enthalten, die dank der Bemühungen des Papstes um mehr Transparenz bereits bekannt seien.

„Ich frage mich, ob man die Veröffentlichung entwendeter Dokumente als Journalismus bezeichnen kann. Was haben die beiden Journalisten von sich aus beigesteuert?“, fragte Galantino im Interview mit der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ am Sonntag. „Das Bild, das aus den Büchern hervorgeht, ist das einer Kirche, die die Armen bestiehlt. Das ist eine Verzerrung der Wahrheit, die an intellektuelle Unehrlichkeit grenzt“, erklärte der Bischof.

Mit der Affäre seien jedoch auch Chancen verbunden, gab Galantino zu. „Das ist ein Moment der Gnade, daran habe ich keine Zweifel. Es ist eine außerordentliche Gelegenheit, unseren Lebensstil, unsere Art zu reden und zu handeln, zu überprüfen“, erklärte der Bischof.

„Der Papst verlangt von uns nicht, dass wir als Bettler leben. Er fordert jedoch den Verzicht auf ein Verhalten, das übertrieben und abseits der Normalität ist. Ein Priester lebt wie ein guter Familienvater“, sagte Galantino. Ein nüchtern lebender Priester sei ein Mensch, der zutiefst in seinem Glauben lebt und „schädliche und ungerechtfertigte Exzesse“ meidet.