Tausende protestierten in Israel gegen Gasgeschäft mit US-Konzern

Jerusalem (APA/AFP) - Tausende Israelis haben in mehreren Städten des Landes gegen ein milliardenschweres Gasgeschäft mit dem US-Energieries...

Jerusalem (APA/AFP) - Tausende Israelis haben in mehreren Städten des Landes gegen ein milliardenschweres Gasgeschäft mit dem US-Energieriesen Noble Energy protestiert. In Tel Aviv, Haifa, Jerusalem und Beersheba gingen am Samstagabend Menschen gegen „Gasdiebstahl“ auf die Straßen, wie es auf Transparenten hieß.

Die Demonstranten trugen israelische Flaggen und riefen: „Das ist unser Gas.“ In Tel Aviv verhinderte die Polizei die Blockade einer Hauptstraße. Dort nahmen nach Polizeiangaben rund 4.000 Menschen an dem Protest teil.

Die Demonstrationen folgten auf den Rücktritt des israelischen Wirtschaftsministers Aryeh Deri am vergangenen Sonntag, der den Weg für das bedeutende Abkommen zur Erdgasgewinnung freigemacht hatte. Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu übernahm das Ressort und bestätigte das Abkommen. Die Vereinbarung über die Ausbeutung eines riesigen Gasfelds im Mittelmeer vor der Küste Israels ist seit Ende 2014 blockiert, weil das israelische Kartellamt ein Veto einlegte, das nur durch den Wirtschaftsminister aufgehoben werden kann.

Deri von der ultraorthodoxen Shas-Partei, der im Kabinett auch künftig für die Entwicklung benachteiligter Landesteile zuständig bleibt, hatte es aus Gewissensgründen abgelehnt, diese Ministererlaubnis zu erteilen.

Ein Konsortium aus dem Konzern Noble Energy und der israelischen Delek-Gruppe fördert seit 2013 Gas aus dem großen Feld Tamar, das 80 Kilometer vor der Küste bei Haifa liegt. Das Abkommen überträgt diesen Unternehmen auch die im Anschluss vorgesehene Ausbeutung des neu entdeckten und noch ergiebigeren Gasvorkommens Leviathan. In Israel befürchten Opposition, Wettbewerbshüter und Verbraucherschützer, dass wesentliche Fördermengen für den Export abgezweigt und die Gaspreise in Israel künstlich hochgehalten werden.