Kerry sah Defizite bei der Wahl in Myanmar

Washington/Rangun (APA/AFP) - Nach der ersten freien Parlamentswahl in Myanmar seit 25 Jahren haben die USA das Votum begrüßt, zugleich aber...

Washington/Rangun (APA/AFP) - Nach der ersten freien Parlamentswahl in Myanmar seit 25 Jahren haben die USA das Votum begrüßt, zugleich aber Defizite bei der Wahl angeprangert. US-Außenminister John Kerry sagte am Montag in Washington, die hohe Wahlbeteiligung sei ein Zeichen für „den Mut und die Aufopferung“ der Menschen in dem seit Jahrzehnten vom Militär regierten Land.

Die Wahlen seien freilich weit davon entfernt, „perfekt“ gewesen zu sein. Es habe „wichtige strukturelle und systembedingte Hindernisse“ für eine demokratische Wahl gegeben. Kerry verwies unter anderem darauf, dass ein bestimmter Anteil der Sitze im Parlament von vornherein für Militärvertreter reserviert war. „Wir werden die Auszählung weiter beobachten“, fügte er hinzu.

Zu der Wahl vom Sonntag lagen Montagfrüh (MEZ) noch keine Ergebnisse vor. Viele Bürger des Landes hoffen aber, dass das Lager der Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi gewinnt. Es herrschte allerdings die Sorge, dass das Militär einen Sieg von Suu Kyis Nationaler Liga für Demokratie (NLD) erneut nicht anerkennen könnte. Nach Angaben eines Mitglieds der Vereinigten Wahlkommission beteiligten sich rund 80 Prozent der mehr als 30 Millionen Stimmberechtigten an der Wahl. Erste Ergebnisse sollen frühestens am Montag vorliegen.

Tausende Anhänger von Suu Kyi versammelten sich vor der Zentrale ihrer Partei. Doch die bewundernd „Die Lady“ genannte Oppositionsführerin tauchte nicht auf. Ein Parteivertreter verlas stattdessen eine Botschaft, in der die Menge aufgerufen wurde, die Ergebnisse zu Hause abzuwarten. „Wenn die Ergebnisse kommen, dann will ich, dass ihr sie ruhig akzeptiert“, hieß es weiter. Viele Anhänger waren aber schon am Sonntagabend überzeugt, dass Suu Kyi die Wahl gewonnen habe.

Die 70-jährige Suu Kyi hofft, durch einen Sieg ihrer NLD den demokratischen Neubeginn in Myanmar besiegeln zu können. Die Partei hatte bereits 1990 die Parlamentswahl deutlich gewonnen, das Militär weigerte sich aber, das Ergebnis anzuerkennen. Suu Kyi musste daraufhin 20 Jahre im Hausarrest verbringen.

Vor vier Jahren wurde die Militärherrschaft im ehemaligen Burma beendet und die Macht an eine formal zivile Regierung unter dem ehemaligen Junta-Führer General Thein Sein übertragen. Mit Hochspannung wird nun darauf geblickt, ob das Militär im Falle seiner Wahlniederlage tatsächlich die Macht vollständig an eine demokratisch gewählte Regierung abtritt.