Myanmars Regierungspartei sprach von starken Verlusten bei Wahl

Naypyidaw (APA/dpa/AFP) - In Myanmar (Burma) hat die militärnahe Regierungspartei USDP starke Verluste bei der historischen Parlamentswahl e...

Naypyidaw (APA/dpa/AFP) - In Myanmar (Burma) hat die militärnahe Regierungspartei USDP starke Verluste bei der historischen Parlamentswahl eingeräumt. „Wir haben sämtliche Sitze in der Region des Irrawaddy-Delta verloren“, sagte der USDP-Vorsitzende Htay Oo einer Presse-Agentur am Montag. Das Delta galt als eine Machtbasis der Regierungspartei. Auch der Parteichef verlor seinen Sitz.

„Landesweit gab es mehr Niederlagen als Siege“, sagte Htay Oo dem Sender DVB. Die Partei akzeptiere das, der Wille des Volkes zähle. Myanmar war bis 2011 eine Militärdiktatur.

Die oppositionelle Nationalliga für Demokratie (NLD) zeigte sich in ihrer Parteizentrale unterdessen siegesgewiss. „Es ist zu früh, unseren Kandidaten zu gratulieren, aber ihr habt sicher alle eine Vorstellung, wie die Ergebnisse aussehen“, sagte die Vorsitzende, Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi (70) . Niemand solle aber herumprahlen, das verletze die Gefühle der Verlierer.

Die Partei von Oppositionsführerin Suu Kyi sieht sich mit mehr als 70 Prozent der Sitze in Führung liegend. Dies sagte der Sprecher der Nationalen Liga für Demokratie (NLD), Win Htein, am Montagmorgen. Er verwies zugleich darauf, dass die Wahlkommission dies noch nicht bestätigt habe.

Noch sei es zu früh, den Kandidaten ihrer Partei zu gratulieren, sagte Suu Kyi am Morgen vom Balkon der Parteizentrale in Rangun. Tausende Anhänger hatten sich nach der Wahl vom Sonntag dort versammelt.

Die 70-jährige Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi hofft, durch einen Sieg ihrer NLD den demokratischen Neubeginn in Myanmar besiegeln zu können. Die Partei hatte bereits 1990 die Parlamentswahl deutlich gewonnen, das Militär weigerte sich aber, das Ergebnis anzuerkennen. Suu Kyi musste daraufhin 20 Jahre im Hausarrest verbringen.

Vor vier Jahren wurde die Militärherrschaft im ehemaligen Birma beendet und die Macht an eine formal zivile Regierung unter dem ehemaligen Junta-Führer General Thein Sein übertragen. Mit Hochspannung wird nun darauf geblickt, ob das Militär im Falle seiner Wahlniederlage tatsächlich die Macht vollständig an eine demokratisch gewählte Regierung abtritt.

Die Wahlkommission wollte erst am Abend erste Ergebnisse präsentieren. Rund 30 der gut 50 Millionen Einwohner konnten am Sonntag erstmals seit 25 Jahren ein Parlament frei wählen. Suu Kyi will Regierungschefin werden.