Tirol

Bankräuber entkam nach Überfall in Schönwies

Ein maskierter Mann überfiel am Montagvormittag die Raika in Schönwies. Verletzt wurde niemand, die Opfer erlitten einen Schock. Die Fahndung blieb ohne Ergebnis.

Von Thomas Hörmann und Helmut Wenzel

Schönwies – Bank ausgeraubt, Täter auf der Flucht: So lautet die Zusammenfassung des Überfalls, der am Montagvormittag in Schönwies über die Bühne ging. Schauplatz des Raubes war die Raiffeisen-Filiale. Gegen neun Uhr „betrat ein vermummter Mann den Schalterraum, in dem sich auch je zwei Mitarbeiter und Kunden befanden“, schildert Albert Maurer vom Landeskriminalamt: „Der Täter ging zur Kasse und streckte dort einen Arm aus, wobei derzeit nicht klar ist, ob er tatsächlich eine Schusswaffe in der Hand hielt oder vielleicht auch einfach nur ein Rohr.“ Mit knappen Worten forderte der Räuber die Mitarbeiter auf, ihm den Kasseninhalt auszuhändigen. So knapp, dass keine Rückschlüsse auf die Herkunft des Täters möglich waren – ein Akzent oder Dialekt war für die Zeugen und Mitarbeiter nicht erkennbar.

Nach knapp einer Minute war der Spuk vorbei: Nachdem die Bankangestellten dem Täter den Kasseninhalt ausgehändigt hatten, ergriff dieser die Flucht. Zunächst zu Fuß, dann verloren die Zeugen den Räuber aus den Augen. Möglicherweise hat der Täter in der Nähe der Bankfiliale ein Fahrzeug abgestellt, mit dem er die Flucht fortsetzte.

Unmittelbar nach dem Überfall leitete die Polizei die Alarmfahndung ein. Die Beamten errichteten Straßensperren auf den Durchzugsstraßen und überprüften zahlreiche Autofahrer. Auch von der Luft aus überwachte die Polizei mit dem Hubschrauber die möglichen Fluchtwege. Der Aufwand blieb zunächst unbelohnt, der Räuber war wie vom Erdboden verschluckt.

Der Mann wurde als 1,70 bis 1,80 Meter groß beschrieben. Er trug eine dunkle Jogginghose mit hellen Streifen, ein dunkles Kapuzenshirt, eine dunkle Kappe und auffallend weiße Turnschuhe. Da der Täter vermutlich mit einer Sturmhaube maskiert war, liegt von seinem Gesicht keine Beschreibung vor. Das Landeskriminalamt (Tel. 059133/70-3333) ersucht Zeugen um Hinweise.

Die betroffenen Kunden und Bankangestellten (zwei Männer und zwei Frauen) überstanden den Überfall unverletzt, erlitten aber teilweise einen schweren Schock und mussten vom Kriseninterventionsteam betreut werden. Die Höhe der Beute gaben Polizei und Bankdirektion nicht bekannt.

Der Überfall in Schönwies war erst der zweite Bankraub in diesem Jahr. Schauplatz des ersten Überfalls war Mitte Jänner die Sparkasse in Ellmau. Die Straftat konnte in rekordverdächtigen 20 Minuten geklärt werden. Die mutmaßlichen Täter – ein 21-jähriger Unterländer und seine 28-jährige Komplizin – hatten es den Fahndern leicht gemacht und das eigene Auto als Fluchtfahrzeug verwendet. Nicht einmal die Kennzeichen hatten die Amateure ausgetauscht. So kam es, dass die Polizeibeamten kurz nach dem Überfall Pkw-Typ, Farbe und Autonummer kannten. 20 Minuten später trugen die beiden Verdächtigen bereits Handschellen. Ausreden waren zwecklos, im Fluchtwagen stellten die Fahnder die Beute und eine Gaspistole sicher.

Alarmfahndung an der Taleinfahrt ins Paznaun.
© Wenzel
Der Räuber betrat kurz nach 9 Uhr die Bankfiliale, wo sich zwei Mitarbeiter und zwei Kunden befanden.
© Wenzel

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