Pressestimmen zum Airbus-Absturz über der Sinai-Halbinsel

Sharm el-Sheikh/Kairo/Moskau (APA/AFP) - Zeitungen schreiben am Montag zum Airbus-Absturz über der Sinai-Halbinsel:...

Sharm el-Sheikh/Kairo/Moskau (APA/AFP) - Zeitungen schreiben am Montag zum Airbus-Absturz über der Sinai-Halbinsel:

„Les Dernieres Nouvelles d‘Alsace“ (Straßburg):

„Je mehr sich die Hinweise verdichten, desto mehr gleicht die ägyptische Strategie der Verleugnung. Es mag als Vorsicht durchgehen, dass ein Land, das von Tourismus lebt, keine Panik an seinen Schwimmbecken und auf seinen Stränden verbreiten will - für eine gewisse Zeit. Doch es grenzt an Fahrlässigkeit, wenn es von vagen Erklärungen zu Hinhaltemanövern geht, um dieses Luftunglück ja nicht mit der terroristischen Bedrohung in Verbindung zu bringen. Statt die Sicherheitsstandards an seinen Flughäfen zu verschärfen, spielt Ägypten auf Zeit - scheinbar ohne dabei die Risiken in Betracht zu ziehen, denen sich die Passagiere aussetzen.“

„Hospodarske noviny“ (Prag):

„Die ägyptische Regierung hat sich enttäuscht darüber gezeigt, dass mehrere europäische Länder und Russland ihre Flüge in das Ferienressort Sharm el-Sheikh gestrichen haben. Tatsächlich dürfte es genau das Ziel der Terroristen gewesen sein, sofern sie hinter dieser Katastrophe stehen, der ägyptischen Tourismusindustrie zu schaden. Denn sie trägt einen bedeutenden Teil zum Staatshaushalt bei, und Ägyptens Führung zählt zu den Hauptverbündeten des Westens in der Region bei der Eindämmung des Terrorismus.“

„Wedomosti“ (Moskau):

„Ein Terroranschlag ist allem Anschein nach die dominierende Theorie bei den Ermittlungen zum Absturz des russischen A321 in Ägypten am 31. Oktober. (...) Sollte es ein Terroranschlag sein, ist dieser eine Folge des Krieges in Syrien. Der Kreml möchte scheinbar sogar jede Andeutung dieser Verbindung vermeiden.

Das inkonsequente Verhalten der russischen Behörden nach der Katastrophe kann bedeuten, dass für eine Verstärkung des Einsatzes in Syrien die Mittel und Möglichkeiten fehlen. Sie brauchen den Einsatz als schönes Fernsehbild, als Werbung für die militärischen Fähigkeiten Russlands. Niemand hat zu Beginn gedacht, dass der Einsatz einen Terroranschlag sowie den Tod von 224 unschuldigen russischen Bürgern auslösen könnte. Russland möchte in Syrien nicht bis zum Ende gehen. Doch jetzt gibt es auch kein Zurück mehr.“