Thailändischer Wahrsager nach Majestätsbeleidigung in Haft gestorben

Bangkok (APA/AFP) - Ein in Thailand der Majestätsbeleidigung beschuldigter Wahrsager ist während seiner Militärhaft gestorben. Der bekannte ...

Bangkok (APA/AFP) - Ein in Thailand der Majestätsbeleidigung beschuldigter Wahrsager ist während seiner Militärhaft gestorben. Der bekannte Seher Suriyan Sucharitpolwong alias Mor Yong sei am Wochenende bewusstlos in seiner Zelle gefunden worden und später im Krankenhaus einer Blutvergiftung erlegen, teilten Thailands Behörden am Montag mit.

Der Tod des 53-Jährigen ist bereits der zweite Fall binnen weniger Wochen, bei dem ein im Zusammenhang mit undurchsichtigen Affären am thailändischen Königshof Beschuldigter während der Haft stirbt.

Wahrsager Suriyan war vergangenen Monat gemeinsam mit seinem Assistenten und dem Polizeimajor Prakrom Warunprapa festgenommen worden. Ihnen wurde außer Majestätsbeleidigung auch vorgeworfen, sich durch ihre Kontakte zum Königshaus unrechtmäßig bereichert zu haben. Zwei Tage nach dem letzten öffentlichen Auftritt der drei Beschuldigten wurde Prakrom tot in seiner Zelle gefunden. Den Behörden zufolge hatte er sich erhängt; nur wenig später wurde sein Leichnam verbrannt.

Justizminister Paiboon Khumchaya sagte am Montag, trotz der beiden Todesfälle sehe er keine Notwendigkeit, die Verfahren in den Haftanstalten zu verändern. „Manchmal sterben Häftlinge eben in Haft“, sagte er. Die Medien würden darüber jedoch nur bei bekannten Persönlichkeiten berichten. Thailands 87-jähriger König Bhumibol wird durch eines der weltweit drakonischsten Gesetze vor Majestätsbeleidigung geschützt. Seit einem Militärputsch im Mai 2014 gegen die demokratisch gewählte Präsidentin Yingluck Shinawatra ist die Zahl der Verurteilungen wegen derartiger Vergehen sprunghaft angestiegen.