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Defizit im Außenhandel fast halbiert, geringeres Wachstum in Eurozone

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Österreichs Exporte stiegen um 2,4 Prozent, Importe um 1,2 Prozent. Die OECD revidiert Wachstumsprognose der Eurozone für 2016 nach unten.

Wien, Paris – Dank florierender Exporte hat sich das heimische Außenhandelsdefizit heuer in den ersten acht Monaten fast halbiert. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres verringerte sich das Passivum von 2,12 auf 1,11 Mrd. Euro, wie aus den vorläufigen Daten der Statistik Austria, von heute, Montag, hervorgeht. Weniger gute Nachrichten kommen von der OECD. So drückt laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung die Konjunkturflaute der wichtigen Schwellenländer das weltweite Wachstum.

Dank florierender Exporte hat sich das heimische Außenhandelsdefizit heuer in den ersten acht Monaten fast halbiert. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres verringerte sich das Passivum von 2,12 auf 1,11 Mrd. Euro, wie aus den vorläufigen Daten der Statistik Austria hervorgeht.

Der Wert der Ausfuhren, die Österreich weltweit tätigte, legte mit einem Zuwachs von 2,4 Prozent auf 85,73 Mrd. Euro doppelt so dynamisch zu wie jener der Einfuhren: Die Importe erhöhten sich um nur 1,2 Prozent auf 86,84 Mrd. Euro.

Beim Warenaustausch mit den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union war Österreich heuer zwischen Jänner und Oktober unter dem Strich mit 2,11 Mrd. Euro im Minus - in der Vorjahresperiode war der Fehlbetrag jedoch mit 3,43 Mrd. Euro noch wesentlich höher. Doch heuer stiegen die heimischen Lieferungen in die EU mit einem Plus von 2,4 Prozent auf 58,99 Mrd. Euro wesentlich kräftiger als die Importe, die bei 61,10 Mrd. Euro stagnierten (plus 0,1 Prozent).

Der Überschuss, den Österreich im Außenhandel mit Nicht-EU-Ländern erzielte, hat sich heuer bis Ende August im Jahresabstand von 1,31 auf 1 Mrd. Euro verkleinert. Die Importe aus Drittstaaten nahmen um 4 Prozent auf 25,73 Mrd. Euro und damit spürbar stärker zu als die Exporte, die nur um 2,6 Prozent auf 26,74 Mrd. Euro wuchsen.

Im August setzte sich die heimische Exportdynamik fort - die Ausfuhren weiteten sich um 6,7 Prozent auf 9,52 Mrd. Euro aus, während die Importe um 5,1 Prozent auf 9,87 Mrd. Euro weniger deutlich anstiegen. Das Loch in der österreichischen Handelsbilanz verkleinerte sich dadurch gegenüber dem Vorjahresmonat von 0,47 auf 0,35 Mrd. Euro.

Wirtschaftswachstum in Österreich besser als erwartet

Das Wirtschaftswachstum in Österreich nimmt langsam Fahrt auf, heißt es in der Montag veröffentlichten OECD-Prognose. Demnach werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) heuer um 0,8 Prozent, 2016 um 1,3 Prozent und 2017 dann um 1,7 Prozent zulegen. Das Wachstumstempo werde stark von der Entwicklung der Exporte abhängen.

Im Juni hatte die Internationale Wirtschaftsorganisation noch für heuer 0,6 Prozent prognostiziert, für 2016 noch 1,7 Prozent Wachstum erwartet. Jetzt wurde die Prognose für heuer leicht angehoben, für das nächste Jahr dann allerdings um 0,4 Prozentpunkte gesenkt.

Konjunkturprognose für Schwellenländer negativ

Die Konjunkturflaute in wichtigen Schwellenländern drückt das weltweite Wachstum. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) korrigierte deshalb am Montag ihre Wirtschaftsprognose nach unten und rechnet für das kommende Jahr noch mit einem Plus von 3,3 Prozent. Das ist ein halber Prozentpunkt weniger als noch im Juni erwartet.

Eurozone wächst schwächer als prognostiziert

Auch die Prognose für das Wachstum in der Eurozone wurde revidiert. Demnach soll die Wirtschaft in den Euroländern 2015 um 1,5 Prozent und 2016 um 1,8 Prozent wachsen. Im Juni waren für 2015 nur 1,4 Prozent und für 2016 noch 2,1 Prozent Zuwachs erwartet worden.

Für Österreichs wichtigsten Wirtschaftspartner Deutschland fällt die Prognose für 2015 mit 1,5 Prozent und 2016 mit 1,8 Prozent genau mit der Prognose für die Eurozone zusammen. In der Juni-Prognose waren für Deutschland noch 1,6 Prozent Wachstum für heuer und 2,3 Prozent für nächstes Jahr erwartet worden. (APA. TT.com)

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