Kraftwerkssprengung: Neue Planung dauert mindestens drei Wochen

Voitsberg (APA) - Mindestens drei Wochen wird die neue Planung rund um die Sprengung des standhafte Kesselhauses des Voitsberger Kohle-Dampf...

Voitsberg (APA) - Mindestens drei Wochen wird die neue Planung rund um die Sprengung des standhafte Kesselhauses des Voitsberger Kohle-Dampfkraftwerks dauern. Christian Fiedler, Sprecher des Militärkommandos Steiermark, sagte, dass die Porr AG schon am Sonntag die weitere Zusammenarbeit mit den Heeres-Sprengstoffexperten bekräftigt habe. Man stehe nun aber vor einem „Neustart“, alles müsse neu berechnet werden.

Seit Montag, 8.00 Uhr, waren Drohnen beim Kesselhaus in der Luft, um zu erkunden, welche Bereiche von den Experten betreten werden können. Zusätzlich wurden die Fachleute in Teleskophebekörben außen am Gebäude hochgebracht, um festzustellen, warum die detonierten Sprengsätze nicht die erwünschte Wirkung erzielten. Am Nachmittag soll es erste Erkenntnisse geben, sagte Fiedler im Gespräch mit der APA.

„Wir müssen nun ein neues statisches Gutachten erstellen“, erklärte der Offizier. In dieses würden die entstandenen massiven Verformungen eingerechnet. Durch die weitere Schwächung der Statik sei die konzeptionelle Planung wieder komplett neu aufzustellen. Gewissheit gibt es hingegen darüber, dass alle platzierten Sprengpakete detonierten. Von Anrainer wahrgenommener Lärm komme von großen Teilen, die in den Stunden nach der Sprengung hinunterfielen, nicht von angeblich verspäteten Zündungen.

Ungewissheit herrsche noch über die Frage, wer die Kosten trage. Die Verträge zwischen dem Bundesheer und der Porr würden erst geprüft. Fix sei aber: „Was wir begonnen haben, bringen wir auch gemeinsam zu Ende“, so Fiedler.

Indessen wurde am Montag Kritik aus den Reihen der steirischen Sprengungsunternehmen laut: „Das Bundesheer kann vieles sehr gut. Aber in diesem Fall hätte man echte Sprengprofis ans Werk gehen lassen müssen“, teilte Wirtschaftskammer-Berufsgruppensprecher Richard Isele in einer Aussendung mit. Der Fehler an der missglückten Sprengung liege in der Abwicklung: „Das Gebäude wäre mit mehreren Teilsprengungen anstelle einer Sprengung sicher eingestürzt.“ Er forderte nun eine Ausschreibung an den Bestbieter.

Bei der Sprengung am Sonntag war es zu einer Panne gekommen: Während Stiegenhausturm und Mittelbau wie geplant umfielen, blieb das Kesselhaus trotz mehrerer Hundert Kilogramm Sprengstoff stehen. Der Abriss der drei Gebäude sollte die Endphase des mehrjährigen Rückbaus des Kraftwerks darstellen. Schon im August war es zu einer Panne beim rund 180 Meter hohen Schlot gekommen, der nach einer Beschädigung am Fundament schief stand und danach mit Roboterbaggern abgerissen werden musste.

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