Wildkatze breitet sich in einigen Gegenden Deutschlands aus

Bonn/Wien (APA/dpa) - Die Europäische Wildkatze breitet sich in einigen Teilen Deutschlands wieder aus - vor allem im Westen und Süden. Das ...

Bonn/Wien (APA/dpa) - Die Europäische Wildkatze breitet sich in einigen Teilen Deutschlands wieder aus - vor allem im Westen und Süden. Das schließen Artenschützer aus den Ergebnissen einer neuen Gendatenbank. Dafür waren mehrere Tausend Haarproben von Tieren untersucht worden.

Durch die Gendatenbank gebe es aber auch Hinweise darauf, dass der Wildkatze geeignete Wege fehlen, um etwa im Schwarzwald oder auf der Schwäbischen Alb heimisch zu werden, wie die Umweltorganisation BUND am Montag mitteilte.

Fachleute gehen von 5.000 bis 7.000 Tieren dieser gefährdeten Art in Deutschland aus. Zu den Hauptverbreitungsgebieten gehören demnach die ausgedehnten Wälder von Eifel, Hunsrück, Westerwald, Taunus, Pfälzer Wald und Hainich (Thüringen).

„In Österreich gibt es so wenige Nachweise, dass wahrscheinlich eine fortpflanzungsfähige Population fehlt“, sagte Ingrid Hagenstein vom Naturschutzbund, der die Koordinations- und Meldestelle Wildkatze leitet. Seit 2009 hat man mehr als 300 Hinweise auf die seltene Tierart erhalten, allerdings gelang der Nachweis nur in wenigen Fällen. So durch sogenannte Lockstäbe im Nationalpark Thayatal, wo Haarproben genetisch untersucht wurden, oder erst 2013 in Weißenkirchen in der Wachau, wo eine Wildkatze dem Straßenverkehr zum Opfer fiel. Mit großer Wahrscheinlichkeit betrifft das auch einen Kadaver, der kürzlich in Südkärnten an der Grenze zu Friaul gefunden und nun untersucht wird.

Das Ziel, einen Bestand nachzuweisen, ist bisher nicht erreicht worden, bedauerte Hagenstein. Das liege u.a. daran, dass einfach das Geld fehlt, um flächendeckend mögliche Gebiete in Österreich etwa mit Lockstäben auszustatten. Diese sollen die Wildkatzen durch Baldrian anlocken. Dafür sei man auf Sponsoren angewiesen. Vor allem aber sind die Tiere extrem scheu.