Frankfurter Rentenmarkt tendiert schwächer

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Am deutschen und europäischen Anleihemarkt hat sich am Montag der Renditeanstieg der vergangenen Tage fort...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Am deutschen und europäischen Anleihemarkt hat sich am Montag der Renditeanstieg der vergangenen Tage fortgesetzt. Besonders deutlich waren die Marktzinsen am Freitag gestiegen, nachdem starke Arbeitsmarktzahlen aus den USA auf eine baldige Zinsanhebung der Notenbank Fed hindeuteten.

Der richtungweisende Euro-Bund-Future fiel am Montag bis zum Mittag um 0,22 Prozent auf 154,85 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg um zwei Basispunkte auf 0,71 Prozent.

Besonders deutlich erhöhten sich zum Wochenstart die Renditen für portugiesische Staatsanleihen. Am Markt wurde dies mit der Ungewissheit in der derzeitigen Regierungsbildung begründet. Die Sozialisten wollen zusammen mit zwei weit links stehenden kleineren Parteien die Fortführung der konservativen Regierungskoalition verhindern. Am Dienstag wollen sie gegen das neue Regierungsprogramm stimmen, was faktisch einem Misstrauensvotum gleich käme. Portugiesische Schuldtitel mit zehnjähriger Laufzeit rentierten am Montag mit 2,81 Prozent und damit so hoch wie seit Anfang Juli nicht mehr.

Die Analysten der Commerzbank weisen auf ein weiteres Risiko hin: An diesem Freitag steht die Überprüfung der Kreditwürdigkeit Portugals durch die kleine kanadische Ratingagentur DBRS auf dem Kalender. Sollte DBRS das Land abstufen, würde Portugal seine letzte Bonitätsnote oberhalb von „Ramsch“ verlieren. Die Commerzbank-Experten sehen das zwar als unwahrscheinlich an, weil der Ausblick für das Rating noch stabil ist. Allerdings sei eine Abstufung nicht ganz auszuschließen. In diesem Fall dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) portugiesische Staatsanleihen nicht mehr im Rahmen ihres Wertpapierkaufprogramms (QE) erwerben.