Kunst

Quer zur Musik Dirigiertes

© tiroler künstlerschaft

Die deutsche Künstlerin Susanne Bürner zaubert in der Neuen Galerie in Innsbruck.

Von Edith Schlocker

Innsbruck –Es ist offensichtlich: Die drei Männer und die Frau, die in Susanne Bürners Drei-Kanal-Videoinstallation „Legerdemain“ sich voll Hingabe als Dirigenten produzieren, meinen nicht die Musik, die der Zuseher hört. Nicht zuletzt deshalb, weil sie auch weiterdirigieren, wenn das Stück längst zu Ende ist. Zu welcher Musik sie allerdings den Takt vorgeben, bleibt der Fantasie des Betrachters überlassen. Was der Installation der deutschen Künstlerin etwas Stummfilmhaftes verleiht, in dem allerdings nichts choreografiert ist, allein Ausdruck der unterschiedlichen Temperamente der vier Akteure ist.

Wobei die einzige Frau des Quartetts unübersehbar die Zeremonienmeisterin ist, sich die beiden jungen Männer fast zu duellieren scheinen, während ihren älteren Kollege scheinbar nichts aus der Ruhe bringt. Ein Tun, bei dem für Bürner viel Magie im Spiel ist, weshalb sie die von einem stoffigen „Himmel“ überwölbte Installation auch „Legerdemain“ nennt, was im US-Amerikanischen so viel wie Zauberei bedeutet.

Wie aus der Wand gezaubert muten aber auch die auf dünne farbige Seidentücher gedruckten Hände an, die im hintersten galeristischen Raum auftauchen. Was ihr­e Gestik meint, ist ungewiss, genauso wie bei den Händen, die bereits im Schaufenster der Neuen Galerie auf großformatige Zeitungspapiere collagiert sind. Als Hommage an den 1932 gedrehten Film „Vampyr“ will Bürner schließlich die Serie kleinformatiger Fotos verstanden wissen, die schemenhafte Menschen in von Vorhängen diffus vernebelten Räumen zeigen.

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