OECD senkt Weltwirtschaftsausblick - Sorge über schwachen Welthandel

Paris (APA/AFP) - Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihre Wirtschaftsprognose weiter nach unten ...

Paris (APA/AFP) - Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihre Wirtschaftsprognose weiter nach unten korrigiert. Für das laufende Jahr rechnet die Organisation in ihrem am Montag veröffentlichen halbjährlichen Wirtschaftsausblick mit 2,9 Prozent und für das kommende Jahr mit 3,3 Prozent Wachstum weltweit.

Im März hatte sie noch 4,0 Prozent für 2015 und 4,3 Prozent für 2016 erwartet. Chefökonomin Catherine Mann äußerte sich „sehr besorgt“ über die Stagnation des globalen Handels und die niedrigen Investitionen.

Für die Eurozone erwartet die OECD dieses Jahr ein Wachstum von 1,4 Prozent und 2,1 Prozent für das kommende Jahr; für die USA wird mit 2,0 und 2,8 Prozent gerechnet. Während die Entwicklung in den USA bei Investitionen und Arbeitslosigkeit sehr positiv sei, falle diese in der Eurozone eher enttäuschend aus, erklärte die OECD. Sie zeigte sich besorgt, dass sich der Abbau von Wirtschafts- und Handelsbarrieren seit der Finanzkrise 2008 deutlich verlangsamt habe. Die OECD warnte zudem, dass die Gefahr einer Deflation nicht vollständig ausgeräumt sei.

Das Wirtschaftswachstum in Österreich nimmt langsam Fahrt auf, heißt es in der heute Montag veröffentlichten jüngsten Prognose der OECD. Demnach werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) heuer um 0,8 Prozent, 2016 um 1,3 Prozent und 2017 dann um 1,7 Prozent zulegen. Das Wachstumstempo werde stark von der Entwicklung der Exporte abhängen.

Im Juni hatte die Internationale Wirtschaftsorganisation noch für heuer 0,6 Prozent prognostiziert, für 2016 noch 1,7 Prozent Wachstum erwartet. Jetzt wurde die Prognose für heuer leicht angehoben, für das nächste Jahr dann allerdings um 0,4 Prozentpunkte gesenkt.

Besonderes Augenmerk richtet die OECD auf die Entwicklung in China. Die schrittweise Umstellung der Wirtschaft von der Exportorientierung auf die Binnennachfrage könne zu Turbulenzen führen, doch sei eine einigermaßen gleichmäßige Entwicklung zu erwarten, erklärte die OECD. Während sich die Verlangsamung des Wachstums in China bisher nur begrenzt auf die OECD-Länder auswirke, seien einige Schwellenländer stark davon betroffen. Neben China fuhren auch mehrere andere Schwellenländer ihre Importe deutlich zurück.

Besorgt zeigte sich die OECD darüber, dass der globale Handel seit 2012 ungewöhnlich schwach sei. „Robuster Handel und globales Wachstum gehen Hand in Hand“, erklärte Chefökonomin Mann. Eine Abschwächung des Welthandels sei ein Warnhinweis und sei in der Vergangenheit „mit globaler Rezession verbunden“ gewesen. Mann sieht den wichtigsten Grund dafür in der Umstellung des chinesischen Wirtschaftssystems. Doch dank einer Reihe von Gegenmaßnahmen der Regierung hob die OECD für dieses Jahr die Wachstumsprognose für China auf 6,8 Prozent an.

~ WEB http://www.oecd.org/ ~ APA289 2015-11-09/13:16