Europas Leitbörsen verbleiben zu Mittag in der Verlustzone

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Montag im Verlauf weiter in der Verlustzone notiert. Der 50 führende Untern...

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Montag im Verlauf weiter in der Verlustzone notiert. Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 fiel 11,57 Einheiten oder 0,33 Prozent auf 3.456,64 Punkte.

Der DAX in Frankfurt notierte gegen 12.55 Uhr mit 10.944,36 Punkten und minus 43,67 Einheiten oder 0,40 Prozent. Der FTSE-100 der Börse London verlor um 5,51 Zähler oder 0,09 Prozent und steht nun bei 6.348,32 Stellen.

Getrieben von der Aussicht auf eine weitere Billiggeld-Infusion der Europäischen Zentralbank (EZB) hatten die europäischen Leitbörsen seit Ende September deutlich zugelegt. Am Freitag hatte der starke US-Arbeitsmarktbericht den Kursen nochmals Auftrieb verliehen.

Konjunkturdaten aus der zweiten Reihe dürften kaum Einfluss auf die Kursbewegung gehabt haben. So sind die deutschen Ausfuhren im September nach einer schwachen Entwicklung im Vormonat wieder gestiegen. Die Ergebnisse lagen über den Markterwartungen. Daneben korrigierte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ihre Wirtschaftsprognose nach unten und rechnet für das kommende Jahr noch mit einem Plus von 3,3 Prozent. Das ist ein halber Prozentpunkt weniger als noch im Juni erwartet.

Mehr Einfluss zeigten die schwachen Exportdaten aus China. Nun halten Experten es für denkbar, dass die chinesische Führung weitere Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur einleiten wird. Die Märkte in Tokio und Shanghai reagierten positiv.

Durch die fehlenden relevanten Impulsen aus der Konjunktur rückte die Berichtsaison in den Fokus. So lasteten schlechter als erwartet ausgefallene Geschäftszahlen von Continental auf dem DAX. Die Anteilsscheine des Reifenherstellers verloren 5,37 Prozent. Auch ElringKlinger hat im dritten Quartal wegen hoher Produktionskosten operativ deutlich weniger verdient als vor Jahresfrist. Die Anteilsscheine des deutschen Autozulieferers stiegen trotzdem 3,09 Prozent.

Daneben fielen die Aktien der Lufthansa angesichts der Fortsetzung des Streiks der Flugbegleiter um mehr als 2 Prozent. Nach Unternehmensangaben fallen am Montag 929 Flüge aus. Betroffen seien etwa 113.000 Passagiere.

Hingegen stiegen Ericsson-Aktien in Stockholm um 2,84 Prozent. Der Netzwerk-Gigant wird künftig deutlich enger mit Cisco zusammenarbeiten. Sie wollen unter anderem ihre Angebote aufeinander abstimmen und gemeinsam vermarkten, bei der Entwicklung der Netze der Zukunft kooperieren und die Patente gegenseitig zugänglich machen. Als Teil der Patentvereinbarung werde Ericsson Lizenzgebühren von Cisco bekommen.

Außerdem treten Bankenwerte auf der Stelle. Die Deutsche Bank und Societe Generale notierten um 0,20 Prozent im Plus. Die Titel der Unicredit gaben 0,08 Prozent ab. Privatbanken wehren sich gegen die Brüsseler Pläne zu einem grenzübergreifenden Sparerschutz. Grundsätzlich sei die Idee einer gemeinsamen Einlagensicherung sinnvoll, doch zunächst sollten europaweit die nationalen Einlagensicherungssysteme angeglichen werden, kommentierte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen. Die EU-Kommission will ihre Pläne für eine gemeinsame Einlagensicherung noch in diesem Jahr vorstellen.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA291 2015-11-09/13:18