Katastrophen

Erdbeben in Nepal: Tiroler Hilfe in der Not

Neue Blechdächer für die schwer betroffenen Familien wurden mit Tiroler Hilfe finanziert.
© Nairz

Nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal ist der Wiederaufbau vor Ort auch dank großer Hilfe aus Tirol angelaufen. Der Optimismus der Nepalesen ist ungebrochen.

Innsbruck –Die Erdbebenkatastrophe in Nepal vom April ist aus den internationalen Schlagzeilen verschwunden. Der Fokus der Weltöffentlichkeit ist längst woanders. Die Not vor Ort ist geblieben. Große Hilfe für Nepal gab und gibt es weiterhin aus Tirol. Zuletzt war eine Abordnung vor Ort und informierte sich über die bisher geleistete Aufbauarbeit.

Wolfgang Nairz, der zum Zeitpunkt des Bebens in Nepal war und mit dem Schrecken davonkam, bilanziert: „Die verschiedensten Initiativen aus Tirol haben sicher an die eineinhalb Millionen Euro für Nepal auftreiben können. Und man muss das auch so sehen, jeder Euro hat vor Ort den wohl zehnfachen Wert.“

Wer Hilfe bekam, wurde mit Unterschrift oder Fingerabdruck registriert.
© Nairz

Die Zeit in Nepal – man war insgesamt rund zweieinhalb Wochen dort – sei sehr emotional gewesen. Ab fünf Uhr früh habe man sich tagtäglich auf den Weg gemacht, abgelegenste Regionen besucht. „Stellenweise mangelt es an allem“, sagt Nairz, der mit seiner Nepalhilfe Tirol bisher rund 500.000 Euro gesammelt und rund 340.000 Euro bereits vor Ort investiert hat. In Sachen Wiederaufbau ist so auch schon viel passiert. Hunderte Häuser, die mit Blechdächern ausgestattet wurden, Familien, denen mit Bargeld aus der größten Not geholfen wurde, dazu die Unterstützung beim Aufbau des Krankenhauses von Khunde oder der geplante Bau einer Schule.

Gestern Abend präsentierte Nairz im ORF Studio 3 einen Film, den ein Kamerateam für die Nepalhilfe vor Ort gedreht hat. Er zeigt, was bisher schon geleistet und umgesetzt wurde. Der Film wird übrigens Ende November im TV in der Sendung Land der Berge gezeigt.

Ein voller Erfolg beim Spendensammeln war auch die Gala im Innsbrucker Metropol Kino anlässlich des Kinostreifens Everst in Kooperation mit der Tiroler Tageszeitung, der Tirol Werbung, dem Metropol Kino und der Firma Schöffl. Mit im Boot waren bei diesem Event auch Josef Einwaller und Rudi Mayr, die mir ihren eigenen sehr engagierten Hilfsprojekten ebenfalls viel zum Wiederaufbau vor Ort geleistet haben.

© Nairz

„Der Optimismus der Menschen vor Ort ist wirklich beeindruckend“, erzählt Nairz nach seiner Rückkehr. „Man schaut dort positiv in die Zukunft. Trotz all dem Leid, das vielen widerfahren ist. Auch die Dankbarkeit, die uns allen entgegengebracht wurde, war überwältigend.“ Aber die Spenden müssen auch zielgerichtet eingesetzt werden. So will die Nepalhilfe Tirol sicherstellen, dass der Bau einer Schule nicht mit dem Einsetzen des letzten Ziegels endet, sondern diese dann auch entsprechend genutzt und verwendet wird. Dafür greifen die Tiroler auf entsprechende Netzwerke vor Ort zurück.

Besonders wichtig ist den Initiatoren aber eines: Die beste Hilfe für die Menschen sei es nämlich, dass man wieder nach Nepal reist. Nairz: „Im Großteil Nepals ist das Trekking problemlos möglich, zudem brauchen die Menschen dringend Arbeit und sind auf diese Einnahmen angewiesen.“ (TT, mw)

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