Flüchtlinge - 16 Polizisten bei Gewalt nahe Lager in Calais verletzt

Calais (APA/AFP) - Bei Zusammenstößen zwischen Flüchtlingen und Polizisten sind in der nordfranzösischen Hafenstadt Calais 16 Beamte verletz...

Calais (APA/AFP) - Bei Zusammenstößen zwischen Flüchtlingen und Polizisten sind in der nordfranzösischen Hafenstadt Calais 16 Beamte verletzt worden. Rund 200 Migranten hätten in der Nacht zu Montag versucht, eine Umgehungsstraße am Hafen zu blockieren, erklärte die örtliche Präfektur. Die Flüchtlinge hätten Steine geworfen, weshalb die Polizei gezwungen gewesen sei, mit Tränengas gegen die Gruppe vorzugehen.

Die meisten Polizisten wurden demnach durch Steinwürfe verletzt. Erst am frühen Morgen sei wieder Ruhe eingekehrt, erklärte die Präfektur.

Ein Vertreter einer Polizeigewerkschaft sagte, es habe noch nie so gewaltsame Zusammenstöße gegeben und noch nie so viele verletzte Kollegen. „Wir sind beunruhigt, wenn es einmal eine Revolte im Lager gibt, wird das der Wahnsinn“, sagte der Gewerkschaftsvertreter. Am Rande von Calais leben rund 6.000 Flüchtlinge aus Afghanistan, Eritrea, Irak, Syrien und anderen Ländern in einem improvisierten Lager, das wegen der prekären Lebensbedingungen von seinen Bewohnern „Neuer Dschungel“ genannt wird. Es gibt dort immer wieder Zusammenstöße mit der Polizei.

Die Flüchtlinge hoffen, durch den Eurotunnel oder auf Fähren über den Ärmelkanal nach Großbritannien zu gelangen, wo sie sich bessere Lebensbedingungen ausrechnen. Seit der Verstärkung der Sicherheitsvorkehrungen rund um das Gelände des Eurotunnels und den Fährhafen ist es aber sehr schwierig geworden, tatsächlich nach Großbritannien zu gelangen. Die französischen Behörden versuchen derzeit, die Bewohner des Lagers zu überreden, einer Unterbringung in Aufnahmelagern weit weg von Calais zuzustimmen.