OMV-Chef: EU-Kommission soll Pipelines fördern, nicht verhindern

Wien (APA) - OMV-Chef Rainer Seele hat neuerlich seine Pläne für eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem russischen Gazprom-Konzern verteidig...

Wien (APA) - OMV-Chef Rainer Seele hat neuerlich seine Pläne für eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem russischen Gazprom-Konzern verteidigt und dabei auch die EU-Politik in dieser Frage kritisiert.

„Es ist doch erstaunlich, dass eine EU-Kommission sich sehr dafür einsetzt, Pipelines und Infrastruktur-Projekte zu verhindern, statt einen Rahmen zu setzen, damit wir als wirtschaftlich tätige Unternehmen diese Investitionen auch tätigen“, sagte Seele am Montag in seiner Rede bei den „OMV Energiegesprächen“ in Wien.

Versorgungssicherheit sei der wesentliche Grund, warum sich die OMV beim Pipeline-Projekt Nordstream 2 engagiere, sagte Seele. Sich an der Gasförderung in Russland zu beteiligen, sei für die OMV „eine große Chance“, Gazprom werde dafür aber keine OMV-Anteile bekommen, bekräftigte Seele.

Das Argument des für Energiefragen zuständigen Vizepräsident der EU-Kommission, Maros Sefcovic, dass eine Nordstream-Erweiterung unnötig sei, da ja schon die vorhandene Kapazität nicht genutzt werde, wies der OMV-Chef zurück: „Ich wäre froh, wenn der Herr Sefcovic diese Beschränkung der Transportkapazität, die ja die Kommission selbst auferlegt hat, einfach mal vom Tisch nimmt.“

Der frühere deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder sitzt im Aufsichtsrat des Nordstream-Konsortiums. „Diese Pipeline ist gegen niemanden gerichtet“, sagte Schröder, sie sei vielmehr wichtig für die Sicherheit der Gasversorgung Europas. „Der Zugang zu den Energiequellen in Nordafrika und im Nahen und Mittleren Osten ist auf Grund der aktuellen Situation in diesen Regionen latent gefährdet. Norwegen und Russland sind die sichersten und verlässlichsten Energiepartner Europas.“

~ ISIN AT0000743059 WEB http://www.omv.com ~ APA330 2015-11-09/14:41