Dutzende Tote bei Kämpfen rivalisierender Taliban in Afghanistan

Kabul (APA/Reuters) - Bei heftigen Kämpfen zwischen zwei rivalisierenden Taliban-Gruppen sind in Afghanistan nach Behördenangaben Dutzende M...

Kabul (APA/Reuters) - Bei heftigen Kämpfen zwischen zwei rivalisierenden Taliban-Gruppen sind in Afghanistan nach Behördenangaben Dutzende Menschen getötet worden. In den vergangenen drei Tagen seien bis zu 80 Menschen ums Leben gekommen, sagten Vertreter der südlichen Provinz Sabul am Montag. Beteiligt war offenbar auch die vor allem in Syrien und im Irak aktive Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS).

Diese unterstütze die neu gegründete Splittergruppe, sagte ein hochrangiger Vertreter der Taliban-Hauptfraktion. Der IS wolle einen Keil zwischen die Taliban treiben und erreichen, dass sie sich gegenseitig umbrächten. „Und genau das passiert jetzt in Sabul.“

Ein Bruch in der Taliban-Bewegung könnte die Wiederaufnahme von Friedensgesprächen mit der Regierung gefährden. Diese waren im Juli ausgesetzt worden, nachdem die Taliban mitgeteilt hatten, dass ihr Gründer Mullah Omar vor zwei Jahren gestorben sei. Als Nachfolger wurde Mullah Akhtar Mansour ernannt, doch nicht alle in der Islamisten-Bewegung waren damit einverstanden. Vergangene Woche sagte sich eine Gruppe los. Neben dem IS werde diese auch von etwa 400 usbekischen Kämpfern unterstützt, sagte der Vertreter der Mansour-Fraktion.

Während dieser den IS als Anstifter der Kämpfe ausmachte, sagte ein Sprecher der neuen Gruppe, Mansours Männer hätten Dörfer angegriffen, in denen Mitglieder der rivalisierenden Taliban lebten und zahlreiche Menschen getötet. Das sei der Grund für die Kämpfe. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.