Zürcher Börse schließt tief im Minus

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Aktienmarkt in der Schweiz hat den Wochenauftakt mit deutlichen Verlusten beendet. Eine schwache Eröffnung der Wa...

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Aktienmarkt in der Schweiz hat den Wochenauftakt mit deutlichen Verlusten beendet. Eine schwache Eröffnung der Wall Street verstärkte europaweit am Nachmittag den ohnehin negativen Tagestrend. Neben Gewinnmitnahmen nach dem zuletzt guten Lauf machten Marktteilnehmer auch die mögliche Zinswende in den USA als Bremsfaktor aus.

Zwar habe der überraschend gute US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag die Konjunkturzuversicht der Anleger deutlich geschürt. Mit den starken Daten erhöhe sich aber auch die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank Fed im Dezember erstmals seit der Finanzkrise die Zinsen anhebt. Dadurch verlieren Aktien gegenüber festverzinslichen Anlageformen wie Anleihen an Attraktivität ein, hieß es von Händlerseite. Auch schwache Im- und Exportdaten aus China am Wochenende hatten die Stimmung nicht verbessert.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 1,04 Prozent tiefer bei 8.876,67 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in welchem die größten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, ging mit einem Abschlag von 1,01 Prozent auf 1.333,90 Zählern aus dem Handel und der breite Swiss Performance Index (SPI) gab 1,02 Prozent auf 9.095,06 Stellen ab. Von den 30 Blue Chips schlossen 26 im Minus, und 4 mit einem hauchdünnen Plus.

Die Richemont-Aktien (-1,9 Prozent) gehörten erneut zu den größten Verlierern. Die Papiere des Luxusgüterkonzerns waren bereits am Freitag nach einem unerfreulichen Halbjahresbericht bzw. einem schwachen Ausblick mit -5,7 Prozent deutlich unter die Räder gekommen. Im Nachgang haben viele Analysten ihr Kursziel oder Rating für die Aktie gesenkt. Die Experten zeigten sich vor allem kritisch zum Handelsverlauf im Oktober, den die meisten als Enttäuschung bezeichneten. Bis Handelsschluss geben auch die Aktien von Konkurrent Swatch (-1,4 Prozent) deutlich nach. Im frühen Handel hatten sie sich noch gegen den negativen Trend stemmen können.

Unter Druck standen auch die SMI-Schwergewichte Novartis (-1,3 Prozent), Roche (-1,2 Prozent) und Nestlé (-0,9 Prozent) und trugen maßgeblich zum schwächeren Gesamtbild bei. Dabei hatte Novartis beispielsweise am Wochenende positive Studiendaten für sein Medikament Cosentyx zur Behandlung von Psoriasis Arthritis vorgestellt. Nestlé wiederum hat die Wiederaufnahme des Verkaufs seiner Maggi-Nudeln in Indien vermeldet. Der Nahrungsmittelkonzern hatte in den ersten neun Monaten 2015 wegen des Verkaufsverbots 200 Millionen CHF Umsatz bzw. 30 Basispunkte des organischen Umsatzwachstums verloren.

Die letzten Plätze unter den Blue Chips belegten zum Wochenstart die Papiere von Kühne+Nagel (-2,0 Prozent), Givaudan (-2,0 Prozent) und Lonza (-1,7 Prozent), ohne dass dazu fundamentale News vorhanden waren.

Die Gewinnerliste war zum Handelsschluss stark ausgedünnt. Im Plus schlossen lediglich Adecco (+0,8 Prozent), gefolgt von SGS und Geberit (beide +0,1 Prozent) und Zurich Insurance (+0,04 Prozent). Bei Zurich wirkte ein Analystenkommentar stützend: Baader Helvea stufte die Titel nach den bisher starken Verlusten in diesem Jahr hoch. Der momentan tiefe Aktienkurs sei eine einmalige Chance, hieß es dort.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA474 2015-11-09/18:27